Ukert (Geogr. d. G riech, u. Köm. III, I. Th. II S. 22) und Schaubach
f Geschichte der «riech. Astronomie S. 100 ) und ihr dadurch eine bestimmte
Gestalt bcigelcgl habe, bestätigt sich nirgends durch directc Aussage der Schrift-steller, denn sie deuten nur darauf hin, dass er die von uns bewohnte über-
dache für eine Ebene gehalten habe. Dass er aber zuerst die Lehre von dembis ins Cnendlich—Tiefe gehenden Wurzeln aufgeslellt habe, wie Galen undEusebius berichten bedarf der Berichtigung, da diess schon bei Ilcsiod, wiewir oben erwähnten, vorkümml. Höchstens unter den Philosophen kann er dererste gewesen sein, der mit einem derartigen Gedanken auftrat.
Aus diesen Erörterungen geht hervor, dass es ungeachtet einzelner Notizennicht wahrscheinlich ist, dass in der jonischen Schule die Lehre von der Kugel-gestalt in Anregung gebracht wurde. Die Ansicht ist vorherrschend, dass die Erdeeine Fläche sey, welche eine cylinder-odertrapez-, oder runde C aiQoyyül^v) Form habeund nach der Ansicht der einen von Wasser, nach der Ansicht der andern vonLuft getragen werde, nach der Ansicht dritter ins Unendliche sich ausdehneoder wurzle, und so Festigkeit erlange. Anaximander gab ihr eine vollendete(.ylindergestalt. Damit schloss diese Schule ihre Lehre.
§. 7.
Dagegen gebührt den nachfolgenden Philosophen das Verdienst die Lehrevon der Kugelgestalt der Erde zur Sprache gebracht und angeregt haben. ObPythagoras selbst (seine Geburt fällt um das Jahr 584 v. Chr.) schon dieKugelgestalt gelehrt habe, ist nicht mit Bestimmtheit zu ermitteln, wahrscheinlicheraber ist dass es von seinen Nachfolgern geschah. Plularch ') erzählt, dassnach Pythagoras Ansicht die Erde nach Art der Ilimmelssphäre in fünf Zoneneingetheilt werde, die nördliche, die Sonnen-, Winter- Aequinoctialzone und diesüdliche Zone. Galen 1 2 ) berichtet dasselbe über diese Eintheilung nur mit demUnterschiede, dass einige von den Pythagoräcrn diese Ansicht haben, ohnejedoch die Personen selbst zu nennen.
1) d. Plac. phil. III, li. nvttayooas ir t v yiv dvuf.nyog irjzü naviog ovriavü atf edondtroro!}ui dg nivie ±ajvag, uoiixrv, O-fQivr f v, ytiutonvv, ioriUQm]v, uv—xuoxzixryv.
2) d. phil. hist. XXI, 6. Tiöv llvD-ayoQtLwv tivig rr l v yrv dvalöywg lii rtuvingovQctrü otpalon (hrjQrafrcu £tg nivie £(r>vag, donxrv, uvianxiixrv, tttouiv,yttfityntp’, iorjteQirrv.