Buch 
Die Vorstellungen der alten Griechen und Römer über die Erde als Himmelskörper / von Ludw. Oettinger
Entstehung
Seite
66
JPEG-Download
 

66

auf eine gemeinsame Lehre der jonischen Schule und auf den Vorgang des(iründers hin. Diese Mille kann sich aber nur auf die ebene Flache und dieüber ihr ruhende Halbkugel bezogen haben, was ganz wahrscheinlich ist. Uindie Krde in den .Mittelpunkt der Sphäre oder des Universums selzen zu können,musste die Vorstellung von der Umdrehung der ganzen Sphäre voraus gesetztwerden. Diese war aber zu Thaies Zeilen nach den vorliegenden Nachrichtennoch nicht angenommen.

A n a x i m a n d e r, Thaies nächster Schüler, der 570 v. Uhr. lebte,setzte nach Diogenes Lacrt. i) * * 4 ) Zeugniss die Erde in den Mittelpunkt desWeltalls. Diess wird durch Aristoteles Aussage 5 * ) dadurch unterstützt, dassnach Anaxim anders Ansicht kein Grund vorhanden sey, warum ein in derMitte des Firmamentes sich befindender Körper nach unten, oder oben, oder nacheiner Seite hin sich bewegen sollte. Aristoteles stimmt zwar mit dieser An-sicht aber nicht mit den sie unterstützenden Gründen überein, weil nicht dasRuhen, sondern eine gegen den .Mittelpunkt treibende Kraft (_ Schwerkraft.) diebedingende Ursache sein müsse. Hier tritt zuerst der Begriff von dem Nicht-Unterstütztsein oder dem Frcisclnvcben der F>dc im Himmclsraume auf, was auchvon Origen es insbesondere noch bezeugt wird; ferner liegt hier die Ansichtzu Grunde, dass sich die Sphäre mit den Sternen um die F’rde drehe, was auchEusebius 7 ), Galen 8 ), Flutarch 9 ) und Slobaeus 10 ) angeben.

Anaximcncs setzte wold auch wie sein Lehrer Anaximander die f>dein die Mitte. Dein weiter greifenden Gedanken von ihrem Freischweben und von

i) Lib. II, 1. Hftar t v re Tt)v yrjv xHofbat, xerrpa räi-iv intyouaav. 5} d. coel II, 13.Eiai de rirtg di diu i> t v duot'oilyiu qaoiv avir-v (yrvj iitrttv, dionrn Ttiiv

upyuiuiv Avuiziuavdpng' ftu?M>v iitv ydp nvfbiv dvu> r xdiu) ij flg tu n/.uyiu

cfipfijfrai npoaqxti tu tut tü inmi idpufdvov xui duoteig npdg tu t'ayuia

h/J> uuu (V uduvuiov fig tuvuvti'u nonTtu'lat Ti t v xivruiv' wai' t; druyx^g

itevetv. 6) I’hilos. VI, Tijv de yrv ttvai frezewpar vn oudfvdg xpaimnrrv, tttvn—

auv (hu i uv dttoiav navieiv dndcsianiv. 7) Praep. ev. XV, 47 Ava'giuuv-

dpog, vTio toiv xuxf.oiv xui toiv oq aipriiv, tq’ <dr (xunrng ßtßrxf <f epfci!>utlodg darf nag. 8) d. phil. hist. XIII, 4. 9) d. plac. pli. II, 10. An beiden Stellen

finden sich die nämlichen Worte wie bei Eusebius . 10) Eclog. L. 1, 25, Pg. 516ed. Heeren. Apiarozrlrg dt und tiüv aqaipdiv, vq' (je txania nun ßißr/xf, xui

-h’utiuuvdpng und tuiv xuxhuv xui hüv aqatpi'iv, iq' cöv ixuorog ßißrxt ,

qi-ptodat.