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der vollständigen Umwälzung der Himmelskugel folgte er aber nicht, sondern kehrtewieder zu der alten Ansicht von dein Ruhen derselben auf einer Unterlage (nachihm auf Luft) 1 *) zurück, behielt aber dabei theilweise die Umdrehung der Sphärebei, die er sich aus Krystall mit daran befestigten Sternen dachte 12 ). Beide Vor-stellungen können nicht gut zusammen bestehen und mussten deswegen auf Wider-sprüche, wenigstens auf Wunderlichkeiten führen. Diess zeigt sich auch in derBerichterstattung. Stobacus sagt ,3 ) dass sich nach Anaximencs die Sternenicht unter der Erde, sondern um die Erde; Diogenes Laert. 14 ) dass siesich nicht über die Erde sondern um die Erde bewegen. Diese Bewegung
erörtert Origen es 15 ) noch näher dadurch, dass er sie mit der Umdrehungeines Hutes auf unserm Kopfe, etwa in horizontaler Richtung, vergleicht undbemerkt, dass die Sonne wegen Vcrdektsein durch höhere Gegenstände des Nachtsnicht gesehen werde. Diese Ansicht steht aber mit der Erfahrung im voll-
ständigsten Widerspruch, und kann daher nicht wohl von Anaximenesgelehrt worden seyn. Plutarch ,6 ) und Galen l7 ) berichten endlich, dass
sich nach Anaximenes Ansicht die Sterne nicht nur über der Erde (wie die
Erscheinung zeigt) sondern auch um die Erde bewegt haben. Diese Angabescheint mir die richtige zu seyn. Die Bewegung der Gestirne über der Erdekonnte Anaximenes der Wirklichkeit entgegen nicht läugnen. Die Bewegungunterhalb derselben vertrug sich nicht mit dem Unterstütztseyn. Daher blieb nichtsübrig als die Sterne den gewöhnlichen Lauf über der Erde vollenden zu lassen,dann ihre Bewegung zu unterbrechen und ihre Umdrehung in horizontaler Rich-
11 ) Plut. d. Plac. phil. III, 15. '.-Jva^ifth'^g <7tu to nluzog innyüathu 6zi]v yij »)Tiii cUr>i. Die nämlichen Worten stehen bei Galen d. phil. hist. XXI, 7. 12) ibid.XIII, 2. 'slvu’giuivyg rjhuv öixrv xuiutitnryjiai zw xovina/.lofiihi {xovg dozeqag)Plut. d. Plac. ph. II, 14. Stob. Ecl. I, 25, Pg. 510 dasselbe. 13) ibid. Ov% vn6 zijvyfjvde, ccXla jtf pt avztjv OT(>£<pt(jd-ai zovg dozsQag. 14) Lib. II, 3. KiveioO-ca dezu atJxQa ovy vnvn yrv, uü.a mnt yi~v. 15) Philos. VII. Uv xivslod-ai de vnoyr t v za aazQu Myei , xaDoig ixiqoi ineiXrtfaoiv , ullu ntqi yrpv woneysi ntyizrjv tjuezsQttv xecpaXqv aroUp&zai zo mltJov, xnvnzfottdi zs zov rj.tov ovy vno'y>~v ytvöittvov , dt.V vno zwv zrjg yfjg vipeloztywv fuywv oxsnöiitvov , xal dicezrp nlfiora tjuwv avz5 yevo/.ievr / v anöozuoiv. 16) d. Plac. Phil. II, 16- \lva-Siftevrg, dpioimg tni zrjv yrjV, xal mol avcrji’ ozotrptoltut zovg aozeoag- 17) d.phil. hist. XIII, 4 stehen die nämlichen Worte wie bei Plutarch .