Band 
Vierter Band.
Seite
110
JPEG-Download
 

110

eingetroffen, dem Schauplatz der Ereignisse näher zu seyn.Erst sechszehn Tage später erschien Ca ula i ncourt,der Hauptbcvollmächtigte des französischen Kaisers, nmden Verbündeten bestimmte Ueberzeugung zu geben, N a-poleon sey selbst durch den unglücklichen Feldzng nachMoskau zu keinen gemäßigter» Grundsätzen zurückgeführtworden. Der Monarch von Frankreich mußte frei-lich in den gerechten Forderungen der Fürsten , Namensihrer Völker, für sich nur Vorwürfe, in Erfüllung vonjenen nur seine Demüthigung finden. Und weil er nichtzweifelte, seinen Gegnern sey es um keinen Frieden, wieer ihn wollte, zu thun, weigerte sich sein Stolz, demeine halbe Million Soldaten zu Gebote stand, das gut-willig zu gestatten, was vielleicht sein wiederkehrendesGlück sie hindern könnte, ihm mit Gewalt zu entreißen.Daher diente der Waffenstillstand, weit entfernt Friedenherbeizuführen, nur als Frist und Muße, blutigen Kampfvorzubereiten.

Die Rüstungen waren endlich beendet. Oester-reichs Kaiser, jede persönliche und kleinliche Rücksichtverschmähend, trat nun in die Reihe deutscher Fürsten ,welche für Deutschlands und Europens Unabhängigkeitdas Schwert zückten. Es war am 10 . August 1813, alsFürst Metternich erklärte, Oesterreich entsage der bis-her ohne glücklichen Erfolg behaupteten Vermittlersstelle,und reihe sich zu den öffentlichen Feinden Napoleons und seines Systems. Es erschien die österreichische Kriegs-erklärung, zugleich ein geschichtliches Denkmal aller seitdem Jahre 180g stattgehabten Ereignisse. Die Beherr-scher von Oesterreich, Preußen und Rußland , in ihremGefolge die ausgezeichnetsten Staatsmänner, traten inPrag zusammen (14., 15. und 18. August) den geschlos-