Band 
Vierter Band.
Seite
142
JPEG-Download
 

142

zusammenhangenden ausgedehnten Reiter-Angriff geschützt,konnte aber durch kleine Abtheilungen im Rucken leichtbennruhiget werden. Rechter Hand der Stadt aber wi-dersetzte sich durchaus kein Natur-Hinderniß einem feind-lichen Reiter-Angriff.

Nach 6 Uhr Abends erschien die russische Reitereiabermals bei 2,000 Pferde stark. Sie warf sich gegeneine der Reiter-Brigaden des Generals Lorges, triebdie sämmtlichen Vormächten derselben sogleich auf derenGeschwader zurück, und brachte auch diese bald darauf indie heilloseste Verwirrung. Mehrere hundert französischeReiter sprengten flüchtend mit verhängtem Zügel durchdie Stadt Lukkenwalde, ritten, was ihnen in den Wegkam, nieder, und waren wahrscheinlich ganz zerstreuet odervernichtet worden, wenn das bayerische Fußvolk undGeschütz nicht Geistesgegenwart behalten hätten. Als dieKosaken in Verfolgung der Franzosen bis an die StadtLukkenwalde kamen, empfing sie das leichte BataillonFortis, besonders die Compagnie des HauptmannsHerter, mit einer so wirksamen Ladung des kleinenGewehrs, dem Feuer einer Haubitze unter dem Lieute-nant Franciskus, daß sie sich mit bedeutendem Ver-lust wieder zurückziehen mußten. Die französische Reite-rei wurde endlich nur mit Hülfe des französischen Gene-rals Merlins, wieder gesammelt und geordnet.*)

*) Die französischen Reiter-Divisionen unter dem Herzogvon Padua waren vortrefflich beritten, und hatten das Aus-sehen einer auserlesene» Streitmasse. Da jedoch sämmtlicheRegimenter derselben nur aus Conscribirten bestanden, welchenoch nie einen Feind gesehen hatten, so brachte jede Erschei-nung des letzter», besonders aber die der Kosaken , meist