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Chronologische Uebersicht der Geschichte des preussischen Heers dessen Stärke, Verfassung und Kriege seit den letzten Kurfürsten von Brandenburg bis auf die jetzigen Zeiten / mit vielen erläuternden Zusätzen von F. v. Ciriacy
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er aber eine Meile zurück, und ließ er sich beim Ma-rodiern betreffen, so verlor er das Leben.

Dasselbe hatte verwirkt, wer die Fahne verließ,und sie nicht bis auf den letzten Blutstropfen ver-theidigte. Jeder Gemeine, der in einem Gefecht demFeinde den Rücken kehrte, konnte über den Haufengestoßen werden.

Wenn ganze Regimenter ihre Fahnen verließen,ohne daö Gewehr zu brauchen, so wurden die Be-fehlshaber ehrlos gemacht und der zehnte Mannverlor das Lebe». Den übrigen nahm man die Fah-nen. Auch mußten sie außerhalb dem Lager kam-piren, und den Unrath aus demselben schaffen. Ebendies geschah einer Garnison, welche die Festung ohneNoth verließ.

War der Fall, daß eine Garnison den Gouver-neur zwang eine Festung zu übergeben, so verlorenalle Befehlshaber daö Leben, und der zehnte Mannvon denen, welche darin gewilligt, wurde gehangen.

Wer sein Gewehr, Krautloth und sonstige Rüstungverkaufte, ward die ersten zweimal mit Gassenlaufen,beim drittenmal aber am Leben gestraft.

Niemand durfte in fremden Lande» an Häusern,Mühlen, Kirchen oder Schulen Feuer anlegen, oderer wurde als ein Mordbrenner angesehen. AllesStehlen an Vieh oder sonst etwas, wurde mit Gas-scnlaufcn, auch wohl nach Befinden der Umständemit dem Leben bestraft. Alles Plündern in erober-ten Ländern oder festen Plätzen wurde, so lange esnicht erlaubt und der Feind gänzlich geschlagen war,so scharf verboten, daß man den Uebcrtrctcr bei er-griffener That über den Haufen siechen konnte.

Wer bei der Musterung bffentlich um Geld rief.