Buch 
Chronologische Uebersicht der Geschichte des preussischen Heers dessen Stärke, Verfassung und Kriege seit den letzten Kurfürsten von Brandenburg bis auf die jetzigen Zeiten / mit vielen erläuternden Zusätzen von F. v. Ciriacy
Entstehung
Seite
452
JPEG-Download
 

4Z2

habew sich indessen die Begriffe und Ansichten nochnicht festgestellt.

Bei der Kavallerie ist übrigens das moralischeElement noch in hbherm Grade als bei den andernWaffen wirkenvcs Prinzip zum Sieg. Es regiertdie beiden Hauptforderungen an eine gute Kavallerie- schnellste Beweglichkeit und kübnstes Einbrechen.Es spottet der Formen und Kombinationen, und er-zeugt überraschende an Wunder grenzende Resultate.Aber eS will einen Genius zur beständigen Pflegeund Ausbildung, und Heroen zu Repräsmtantcn des-selben, wie Scidlitz. Die Persönlichkeit des An-führers thut bei der Kavallerie das Meiste, und reißtStarke und Schwache mit sich fort. Die neusteKriegsgeschichte weist aber keinen Seidlitz, und da-her auch nur wenig glänzende Momente ihrer Wirk-samkeit nach. Mitursachen liegen vielleicht in ihrerOrganisation.Der Himmel hält es mit den starkenSchwadronen," meinte schon der große ConSs, unddie jetzigen sind weder stark, noch bilden vier Schwa-dronen zu einem Regiment formirt eine gewichtigeMasse. Erinnert man sich der Thaten der ehemali-gen Kavallerie-Regimenter, so ist dabei ihre Starkevon lo Schwadronen, oder löoo Pferden der Husa-ren- und einiger Dragoner-Regimenter in Anschlagzu bringen. Zwei solche Regimenter bildeten schonMassen, wozu heut zu Tage die Kavallerie einesoder wohl gar mehrerer Armee-Korps zusammen ge-bracht werden muß. Das einzige Dragoner-RegimentWayrcuth hätte den Kavallerie-Angriff 181Z bei Ligny,zu welchem viele Regimenter verschiedener Korpskonkurrirten, um 2000 Pferde aufzubringen, vertre-ten, und gewiß mit der nöthigen Einheit und Schnel-