Band 
Erste Abtheilung.
Seite
199
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flott/ bis neuer Mangel einsteht. Nach weniger als achtTagen sieht er sich oft gezwungen, die um nichts liegen»gelassene vcrbudclte alte Kleidung gegen baare Bezahlungwieder zurükzunchmen. Daß die feilen Dirnen dabey eben»falls ihren Schnitt machen, bedarf kaum einer Erwähnung.Wenn auögetaumclt ist, geht der nächste Schritt in's Wcrb-haus und von da zu Schiffe!

Freylich sind nicht alle Matrosen ganz so, aber man kannfüglich annehmen, daß zwey Drittel diesem Bilde nicht un-ähnlich sind. Jedoch lassen es sich mehrere schon das erste-mahl, andere später zur Warnung dienen; viele aber fangendas Spiel imnier wieder von vorn an und bessern sich nie.Daß es unter den Matrosen Diebe giebt, ist schon obenbemerkt. Allgemeiner ist die Trunkenheit. Man hatBaksgenossenschastc» gesehen, die darin übereinkamen, daß ei-ner um den andern die ganze Porzion der Zehn auf einmahlaustrank, um sich desto reichlicher laben zu können, und dann9 Tage fastete. Auf Schiffen, wo gute Ordnung herrscht,kann und darf das nicht geschehen. Ein noch allgemeineresLaster ist das Fluchen, das nickt nur zur unableglichen G e»wohnhcit, sondern sogar zur Nothwendigkeit gewor»den ist. Ein hollandschcr Schiffsgeistlicher eiferte einst sehrdagegen, und der Kapitän verbot das Fluchen bey strengerAhndung. Allein die Matrosen waren sehr träge bey denArbeiten, und dar Schiff war in z Tagen kaum so weit ge-segelt als sonst in einem Tage. »Ihr seht, sprach der Ka-pitän zum Domine, so kannS nicht gehen!« Und kaumhatte Er das Verbot zurükgenommen, so war alles Lebenund Thätigkeit, Las Schiff segelte frisch weg. »Jungens,