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den Sold zu der Unterhaltung dieser Truppen hrr, gewöhn-lich wurden solche aber nur auf drei Monate b:zahlt, nachderen Verlauf sie auseinander gingen. Auf cbm solche Arterrichteten die Stände unter dem Churfürsten Georg Wil helm im Zahre 1620 ein Corps Truppen, ab:r sie warenso wenig im Stande, es zu unterhalten, daß ne den Sol-daten das Vorrecht ertheilten, im Lande Almcsen zu sam-meln, und den Landlcuten anbefahlen, jedem derselben, dersie anspräche, einen Heller zu geben. Unter eben dieserRegierung erging im Zahre 1623 ein Aufgebot an dasganze Land, sich, mit Ausnahme der Geistlichen und derSchöppen, an einem bestimmten Orte bewaffnet und ge-rüstet zu versammeln. Man musterte die zusammengekom-mene Mannschaft und bildete daraus 10 Schwadronen Rei-ter und 25 Compagnien Fußvolk, deren Starke sich über-haupt auf etwa äOOO Köpfe bclief. Diese sollten nach demPräger Frieden im Zahre 1635 auf 25,000 Mann ver-mehrt werden; es kamen aber nie über 11,000 zusammen.Sie wurden im Jahre 1638 bei Neustadt Eberswalde ge-mustert, und Klitzing, der sie kommandirte, ist der ersteGeneral, von dem in per Brandenburgischen Kriegsgeschichtedie Rede ist.
Georg Wilhelm hinterließ seinem Nachfolger 5 Re-gimenter zu Fuß, nemlich: Burgsdorf, wobei eine Com-pagnie Leibgarde war, von der das jetzige Iste Znfantcrie-Regiment abstammt, 800, Kracht 600, Volkmann 800,Trotha 1200, Goldacker 200 Mann; und 3 RegimenterCavallerie : Goldacker 900, Lütke 600, Rochow 1000 Mann.Das Fußvolk stand theils in einzelnen, theils in mehrerenCompagnien in Berlin , Spandau , Cüstrin , Colberg, Peitz ,Oderberg , Driesen, Königsberg , Pillau und Memcl, dieCavallerie lag auf den Dörfern vertheilt.
Daß bei diesem Zustande des Soldatenwesens die Trup-pen mit den übrigen zum Kriegführen erforderlichen Be-dürfnissen sehr schlecht versehen waren, läßt sich denken.Die ganze Artillerie des Churfürsten Friedrich I. bestandin ei»er großen 2-ipfündigen Kanone, womit er die Schlösser