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Stammliste der königlich preussischen Armee seit dem 16ten Jahrhundert bis 1840
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und erhielten dafür alle ihre Bedürfnisse von dem Staate.Man fing an, vorzugsweise auf große Leute zu sehen. DerMarkgraf Philipp gab das erste Beispiel. Der Fürstvon Anhalt folgte demselben. Zugleich legte der letztereden Grund zu der strengen Mannszucht und Unterordnung,wodurch das Preußische Heer sich so lange ausgezeichnethat, und worin immer vorzugsweise die Stärke der stehen-den Heere bestehen wird. Das Jngcnieurwcscn gelangtezu größerer Vollkommenheit. Magdeburg und Wesel wur-den beide unter dieser Regierung befestigt. Eben so sehrwurde durch die Feldzüge, welche die Preußischen Truppenunter dem Prinzen Eugen, und unter Anführung des ge-dachten Fürsten von Anhalt , in Deutschland und Italien machten, der kriegerische Geist in diesen Truppen unterhaltenund vergrößert. Es ist bekannt, daß sie sich in diesen Krie-gen öfters auszeichneten. Im Jahre 170-4 bestand eine Art,Landmiliz, 10000 Mann stark, welche durch alte Unter-offiziere im Gebrauch der Waffen geübt wurde.

Beim Absterben Königs FriedrichI. bestand die Armeeaus 38 Bataillons Infanterie zu 5 Compagnien, 29 Schwa-dronen oder 11 Regimenter Cürasstcre, die meisten zu3 Schwadronen, 2-4 Schwadronen oder -48 CompagnienDragoner in 6 Regimentern, 17 Garnison -Compagnien,1 Bau-Compagnie zu Berlin , 2 Frei-Compagnien zuLippstadt und Oderberg , 2 Marine-Compagnien zu Emden und -490 Artilleristen, welche zusammen 38459 Köpfe be-tragen haben.

Friedrich Wilhelm I. scheint mit dem Vorsähe,seinen Staat militairisch zu bilden, den Thron bestiegenzu haben. Schon als Kronprinz in einem Alter von 14 Jah-ren errichtete er zu Wusterhausen zu seinem Zagdzeitvcr-treibe eine Art von Jagdgarde, von ungefähr 30 jungenLeuten, welche gleichförmig als Grenadier, Mousquetierund Füsilier gekleidet und anfänglich mit hölzernen, nach-her aber mit ordentlichen Flinten versehen waren. Außerihrer Bestimmung, bei der Jagd zum Treiben zu dienen,übte er sie fleißig in den Waffen, hielt sie zu der größten