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Stammliste der königlich preussischen Armee seit dem 16ten Jahrhundert bis 1840
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13
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Reinlichkeit und Ordnung an, und lernt« durch diese Be-schäftigung mit ihnen den Werth und die Bestimmung je-des Waffcnstücks kenne». Sie wurden das Muster und derStamm des nachher von ihm gestifteten Königs Regiments.

Mehrere Vorfälle nährten die Vorliebe, welche ausdiesen Zeitvertreiben für den Soldatenstand in ihm ent-sprang, und machten ihn aufmerksam auf die Nothwen-digkeit eines gut gebildeten und ansehnlichen Heeres. Erhörte, da er als Kronprinz einen Feldzug in den Nieder-landen mitmachte, zwei englische Generale über die Krieges-macht, welche ein König von Preußen zu unterhalten imStande sei, einen Streit führen, der ihn überzeugte,daß der Preußische Staat sehr gering geschätzt wurde, vor-züglich aber sahe er an der Regierung seines eigenen Va-ters, daß ein Staat, ohne ein ansehnliches und gut unter-haltenes Heer, sehr oft den unangenehmsten Demüthigun-gen ausgesetzt sei. Die Kriegesvölker Königs Friedrich 1.gehörten mehr seinen Bundesgenossen, welche ihm Hülfs-gelder bezahlten, als ihm selbst, und die Schweden undRussen zogen eigenmächtig durch seine Staaten.

Friedrich Wilhelm I. fing seine Regierung miteiner sehr ordnungsmäßigen Einrichtung der Staatswirth-schaft an und vermehrte zugleich sein Heer. Schon im Jahre1713 wurde die Anzahl der Truppen bis auf 33792 Mannverstärkt. Im Jahre 1717 wurden aus dem Dragoner-Re-giment Dörfling die Schulcnburgischcn Genadiere zu Pferde(1806 Dragoner-Regiment Nr. 3. und 3.) formirt undim darauffolgenden Jahre alle Cavallerie-Regimenter mit1 Escadron vermehrt, wodurch die Stärke der Armee bis auf5,2603 Mann anwuchs. Im Jahre 1725 betrug die Zahl derPreußischen Truppen 60333 Mann und 5 Jahre später 71538Mann. Zm Jahre 1729 wurde das erste (Bronikowskische)Husarencorps, 173 Köpfe stark, errichtet, und im nächstenJahre das Ziethensche Husarencorps, 71 Köpfe stark. Damitdas Land dadurch nicht an Menschen zu sehr erschöpft wer-den möchte, führte er 1718 die fremde oder Neichswerbungein, so daß bei seinem Absterben sich die Zahl der Auslän-