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der sich unter seinem Heere auf 260000 Köpfe belief. Zu-gleich wurden, um bei den einheimischen Werbungen mög-lichen Mißbräuchen und Unordnungen vorzubeugen, undum die festgesetzte Anzahl von Kriegesmacht beständig undmit Gewißheit vollzählig zu haben, der Preußisch^ Staatmit Ausnahme der mehrsten westphälischcn Provinzen, imJahre 173Z, in sogenannten Cantons eingetheilt und je-dem Regiment ein eigener Canton angewiesen, aus wel-chem er die ihm nöthigen oder fehlenden Leute einzuziehenberechtigt war.
Diese Cantons wurden Anfangs im Durchschnitte beieinem Infanterie-Regiment zu 6000, bei einem Cavallerie-Regiment aber zu 1800 Feuerstellen angeschlagen. Bei zu-nehmender Stärke der Negimönter mußten auch die Can tons vergrößert werden.
Eben so war er bedacht, Ordnung, Gleichförmigkeit undMannszucht bei dem Heere einzuführen. Zu diesem Zweckezog er nicht allein die Reiterei, welche bis jetzt einzeln aufdem Lande und in Dörfern cinquartirt war, in die kleinenStädte zusammen, sondern machte auch im Jahre 1726 fürjede der verschiedenen Arten von Truppen ein eigenes Re-glement bekannt, in welchem der Dienst jeder Art Trup-pen und die nothwendigen Uebungen für jede derselben, ge-nau und ausführlich vorgeschrieben waren. Um desto siche-rer bei der Abfassung derselben zu Werke zu gehen, stu-dirte er vorher sorgfältig die Kriegesreglcmcnts der vor-nehmsten europäischen Mächte, unter welchen ihm das aus-führliche spanische am meisten gefallen haben soll, und auchvon ihm benutzt worden ist.
Nichts wurde indessen darin festgesetzt, das er nichtvorher mit seiner großen Garde genau versucht und ge-prüft hatte. Um die Uebungen mit desto größerer Gewiß-heit übereinstimmend zu machen, mußte jedes Regimenteinige Offiziere, Unteroffiziere und Gemeine nach Potsdam schicken, wo ihnen der Mechanismus der neuern Einrich-tungen und Anordnungen von dem Könige selbst gezeigt