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Stammliste der königlich preussischen Armee seit dem 16ten Jahrhundert bis 1840
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wurde. Zugl.cich war in diesem Reglement die Stärke undZusammensetzung der Regimenter bestimmt.

Was due Bewaffnung des Heeres betrifft, so erhieltdas letztere unter der Regierung Friedrich Wilhelm I. zur Beförderung der Geschwindigkeit im Laden und Feuernzuerst die eisernen Ladcstöcke, deren Erfindung dem Fürstenvon Anhalt zugeschrieben wird. Eben so wurden um dasJahr 1733 zuerst die Bajonnctte eingeführt; anfänglich be-diente sich deren bei dem Chargiren und Feuer» nur daserste Glied, und aus den Berichten der Schlacht bei Moll-witz erhellt, daß auch damals noch, wenigstens das dritteGlied, sie gewöhnlich nicht auf dem Laufe hatte. Um dasHeer gehörig und mit zweckmäßig verfertigten Waffen zuversehen, wurde» die Gewehr-Fabriken zu Spandau und Potsdam in den Jahren 1722 und 1723 angelegt.Die Bekleidung des Heeres erlitt mancherlei Veränderun-gen. Die vorher eingeführten Mantel wurden gänzlich ab-geschafft, und die Röcke zur Erleichterung der Bewegun-gen und Uebungen verkürzt. Zu den sogenannten kleinenMontirungsstücken, als Hemden, Schuhen, Stiefcllcten,Halsbinden, wurde monatlich eine gewisse Summe ausge-setzt, und die Leute erhielten zu bestimmten Zeiten diese Be-dürfnisse regelmäßig. Alle Jahre wurde das Heer mit imLande verfertigten Tüchern neu gekleidet. Die Uniformder Infanterie war blau, die der Cürasfiere paille, derDragoner weiß.

Als eine Pflanzschule für die Offiziere des Heereswurde die Cadettcnschule zu Berlin im Jahre 1716 errich-tet. Schon Friedrich I. hatte zu Berlin , Magdeburg und Colberg einige wenige Cadctten unterhalten, aber Fried­ rich Wilhelm 1. zog sie sämmtlich nach Berlin in einHaus zusammen, erweiterte diese Anstalt so, daß mehr als200 junge Edelleute daselbst erzogen werden konnten, undmachte zu der Bildung derselben zweckmäßigere Einrich-tungen, Auch wurde ein eigenes Ingenieur - Corps von30 Offizieren gestiftet. Durch diese Einrichtungen erhieltdas Heu- Selbstständigkeit, und wurde zu einem festen