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Kriege, und noch außer diesen Victualien-Zulagcn festgesetzt.Die Bagage der Truppen im Kriege wurde vermindert,die Zelte abgeschafft, den Subaltern-Offieieren der Infan-terie im Kriege keine Pferde bewilligt und mehrere ange-messene Veränderungen bei der- Mobilmachung und demFeld-Etat der Armee eingeführt.
So war die Armee beschaffen und so weit ihre Orga-nisation gediehen, als mit dem Jahre 1812 eine neue, undmit dem Zahre 1813 eine glücklichere Periode für sie anfing.
Was im Innern vorbereitend gewirkt hatte und in die-ser Beziehung einer besondern Erwähnung verdient, waren:
1) eine rastlose Massenfabrikation, zu welchem Ende dieGewehrfabrik in Potsdam vermehrt und eine neuein Neiße errichtet wurde;
2) das eingeführte Krümper-System, wodurch monatlicheine Anzahl Recruten bei allen Waffen eingezogen,und eben so viel ausexercine Leute dagegen in dieCantons entlassen wurden.
Hierdurch wurde das kleine Heer, das vertragsmäßignur 42,000 Mann unter den Waffen haben durfte, so ein-gerichtet, daß eine schnelle Vermehrung desselben vorberei-tet war.
Mit dem Zahre 1812 wurde aus diesem Heere einCorps von 20,000 Mann, unter dem General der Infan-terie von Gravert, nachher unter dem Befehl des General-Lieutenants von Aork bestimmt, vereinigt mit der französi-schen Armee Antheil an dem Kriege gegen Rußland zunehmen und zeichnete sich in mehreren ehrenvollen Gefech-ten Vortheilhaft aus.
In Kurland und Liefland, bis auf einen kleinen Theil,getrennt von der großen französischen Armee, theilte es nicht.die Unfälle derselben in Rußland , sondern wurde vielmehrdurch eine besondere Convention dem Könige erhalten, salsdie französische Armee ihren Untergang fand; so daß esvereinigt mit seinen übrigen Waffenbrüdern in dem balddarauf ausbrechenden Kriege des Jahres 1813 auftretenkonnte.