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Nachricht von dem Kriege. Cap. XXXIV.
seyn muß, solchem Mangel oder Seltenheit des Fleisches, durch eine Vermeh-rung der Nahrungs- Mittel für den Soldaten, abzuhelffen, als welcher, in einer Belagerung, unmäßig arbeiten und sich placken muß, und daher einerbessern Speisung, als sein trocken Brodt seyn kan, bedürfftig ist, massen ermit diesem allein, und ohne erwehnte Zugemüsse, keine Suppen machen konte.Das vier und dreyßigste Capitel.Von der Weyde.
Cap. XXXIV.26 Futter ist zweyerley Art. Wann die Neuterey noch neusist, oder wenigstens sehr viel junge Pferde führet, und dieDienste es gestatten, so versammlet man diese Reuterey an Bächen, und ansolchen Orten, wo es Wiesen- Wachs giebet, und mit der Gegend, da man dieArmee will zusammen kommen laffen, benachbart sind, iedoch dergestalt, daßsie vor allen feindlichen Anfällen gesichert sey; auch låsfer man wohl eine Wei-le, die nach Gelegenheit lange oder nicht so lang dauret, alle Pferde auf dasGras gehen, damit solche von dem schlimmen Futter, das sie den Winter überetwa möchten gefressen haben, wiederum abkommen, zugleich erfrischet, undzu dem Gras- Fressen geschickt gemacht werden mögen, ehe man dieselben sehrstrapaziren lasse. Dieser Gebrauch ist vortrefflich, wenn man selbigen inUbung setzen kan, weil er die Pferde den gangen Feldzug über sehr erhält.
Neben dem giebt es eine andere Art von Futter, das man den Pferdengiebet, wann die Armee schon beysammen stehet, und damit man sie zu erfri-schen pfleget, wenn sie eine Zeit lang abgemähetes Getreide, das sie allzuseheerhitzet, gefressen haben, dienet auch über dies zu Ersparung der gewöhnlichenFütterung. Dieses Futter bekommt man längst den Bächen, die nicht weitvon der Armee entfernet liegen, ja so gar in den bereits abgemåheten Ebenen,woselbst wiederum jung Gras hervorkommet; auch bedecket man dieses Fut-ter stets mit der Haupt- Wacht von dem ganzen Lager so wohl, als mit denbesondern Wachten von iedwedem Corps, welches darum geschiehet, damitdie kleinen, oder auch die groffen feindlichen Partheyen, wenn man nicht hin-fängliche Vorsicht diesfalls gebrauchete, unversehens ankommen, und die Pfer-de von der Weyde wegnehmen können.
Wann die Länder zur Weyde bequem sind, so ist dieses für die Reutereyeine grosse Erleichterung, als welche in diesem Fall nicht so offt auf Fütterungauszugehen genöthiget ist: auch bekommet der General dadurch Mittel an dieHand, daß er in seinem Lager viel länger kan stehen bleiben, und sich nichtgezwungen siehet, nach der Fütterung weit zu gehen.
Das