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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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Nachricht von dem Kriege.

Cap. XLIX.

Der General, welchen der Fürst zu dem Commando eines Corps vonHülffs Truppen erwehlet, soll weise und vorsichtig seyn. Weise, die Kriegs-Disciplin unter seinem Corps zu erhalten, und daß der alliirte Fürst keine Kla-gen über ihn führe; vorsichtig aber, damit feine Truppen, in Ansehung des Un-terhalts, auf keine Weise Abgang spüren, daben auch der Gefahr des Kriegs nurnach) Masse seiner Macht und des alliirten Fürsten seiner unterworffen werden,und endlich, daß in des alliirten Fürsten Cabinet ihm unwissend nichts vorgenommen werde, welches seinem Herrn nachtheilig seyn könnte.

Das neun und vierzigste Capitel.

Von dem innerlichen Kriege.

Cap. XLIX. Er innerliche Krieg ist allemahl ein Unglück für einen Fürsten, der solchen zu führen hat. Es kan solcher mancherleyUrsprung haben: Die Strenge so wohl des politischen, als des geistlichen, diegiments, die Rotten und der Ehr- Geiß derer Grossen, bey einer Minderjährigkeit oder schwachen Regierung, wie nicht weniger die heimliche Verständnisseeines Feindes, einem Nachbar, der ihn angreiffen will, oder mit dem er schon inKrieg verwickelt, innerliche Händel zu erregen, find allesammt bequem, dergleichen anzuspinnen.

Jedoch ist derjenige, welcher eine harte Regierung zu seinem Ursprung hat,der allergefährlichste, weil da der ganze Staats Corper auf gleiche Art ent-brannt, und der Aufstand allgemein ist. Der Fürst, welcher sich alles diesesnur allein beymessen solte, hat, die aufgebrachten Gemüther zu stillen, fein ander Mittel vor sich, als daß er denenjenigen, welchen er die Fürsorge für dieGeschäffte in das besondere anbefahl, gänglich den Rücken zukehre. Diessemnach muß er leiden, daß solche, wegen der Fehler, die sie, ob schon aufBefehl, begangen haben, angeklaget werden, ja er soll dieselben auch so garernstlich bestraffen, damit die Aufrührer die Bemühung nicht auf sich neh-men, welchem er daher mit Aufmerksamkeit und Fleiß zuvorkommen soll.Hierdurch lencket er den persönlichen Haß, welchen man auf ihn geworffenhaben könnte, von sich weg, und giebet denjenigen, so ihm treu verblieben,ein sicheres Mittel an die Hand, in den Gemüthern der aufrührischen, durchZureden, etwas dienliches zu schaffen, und allen Haß auf diejenigen fallenzu lassen, die solchen aus keiner andern Ursache verdienen, als daß sie die Befehle ihres Herrn allzurichtig vollstrecket haben.

Der innerliche Krieg aber, welcher der Religion halber entstehet, istviel gewaltiger, als der vorhergehende, weil da das Gehirne in den Kopffenverderbet ist, und der Aufstand, durch eine Art von Leuten, die nur Discursedabey aufwenden, hartnäckig unterstüzet wird. Jedoch ist solcher auch nicht

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