Nachricht von dem Kriege. Cap. XLIX.
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fo allgemein, weil der Fürst die Parthey, welche in der Religion eine unterschiedene Meynung heget, der andern allemahl kan entgegen stellen. DieseArt des Krieges muß man mit aller möglichen Gelindig- und Geschicklichkeitzu stillen trachten, keinesweges aber die Geistlichen von der gegenseitigenParthey wieder die aufgestandenen gebrauchen, so lange als die Aufruhrwähret; dargegen muß man sich der Gewalt und der Leibes- Straffen nur inder äussersten Noth bedienen, weil der Fürst sich selber schwächet, wenn etsich der Menge seiner Unterthanen beraubet, und es lieget ihm, politischerWeise zu reden, und mit einem Wort, viel mehr daran, daß er treue Untersthanen habe, als solche, die in den Meynungen wegen der Religion von ein-ander abgehen, so lange als sie nehmlich friedlich unter einander leben, undihm getreu verbleiben.
Bey einer Minderjährigkeit, oder unter einer schwachen Regierung, ist essehr gewöhnlich, daß der Ehr- Geiß und der Eigennutz unter den Groffen Rottenhervorbringen. Denenjenigen, welche bey einer Minderjährigkeit entstehen,kan, durch die weisen Anstalten des Fürsten, der annoch an der Regiesrung ist, ziemlich vorgebauet werden: Immaffen dieser, wenn er verspüret,daß sein Lebens- Ende herbeyrücket, eine solche Regierungs- Form erwehlen kan,damit zum wenigsten der gröfte Theil seines Staats wird zufrieden seyn, wodurch denn solcher in diesem Fall von Unruhen befreyet bleiben wird, dafernenur solche Personen, daraus der Nath seines minderjährigen Nachfolgers be-stehen soll, von ihm erwehlet worden, die Billigkeit lieben, in Regierungs- Sa-chen erfahren, und so wohl von dem Geld- als Ehr- Geitz befreyet sind, weil die-ser allein die Glieder ermeldeten Naths in Uneinigkeit setzen kan. In diesemFall währet auch die Schwachheit der Regierung nicht länger, als des Prinhen Minderjährigkeit, woferne er nur, bey seinen vollbürtigen Jahren, zu erkennen zu geben weiß, daß er selbst regieren will.
Die innerlichen Kriege, welche unter einer schwachen Regierung sich entsSpinnen, sind ohne Zahl, und entstehen eben so wieder vom neuen, wie sie einEndenehmen, weil der Fürst selbst deren Ursprung ist. Er erhebet zur Unzeit unwirdige Personen, wodurch die geschickten und Verdienst- vollen Leute von ihm abewendig gemachet werden. Er unterdrücket die Groffen ohne zureichendenGrund, das erbittert sie, machet, daß sie sich unter einander vereinigen, und sieüber dieses zwinget, wieder solche Unterdrückung sich in Verfassung zu setzen.So beschweret er auch seine Unterthanen mit ünmäßigen Auflagen, und zwarohne annehmliche Ursachen, darüber selbige alsofort murren, und wenn sich dennein Anführer hervorthut, werden sie leicht rebellisch. Alles dieses mannigfaltige Unglück währet so lange, als des schwachen Fürsten Leben.
Die dritte Art innerlicher Kriege ist am allerleichtesten zu stillen, weil
సీఏ 2.
Dieser