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VIX Nachricht von dem Kriege.
Cap. LXXV.
Ort darzu wohl zu recognofciren, auf der Seite anzulangen, die am wenigsten gesehen werden mag, neben dem verschiedene Ausgänge zu haben, entwederanzugreiffen, oder sich zurück zu ziehen. Wird man aber entdeckt, soll man denOrt des Hinterhalts verändern, viele Schild- Wachten haben, die man offt visfitiren und visitiren lassen muß, die Truppen auf ieden Zu- und Ausgang ver-theilen, den Feind in den Hinterhalt recht hinein gerathen lassen, ehe man ihnangreiffet, und selbigen darauf nachdrücklich anfallen. Wenn nun diefes alsovollstrecket worden, muß man sich behende fortmachen, und von dem Wege, daherDer Feind zu Succurs kommen fan, so viel möglich abweichen, die Gefangenenund die Beute voranstellen, solche eilig fortgehen lassen, und die meisten Trup-pen auf dem Hintertheil des Zugs behalten, des Feindes erstem Ansah gebührendzu begegnen, ob er wohl bey nahe meißtentheils in Unordnung anlanget, undanfänglich auf nichts anders dencket, als wie er den Abzug aufhalten, und den,Truppen, so beysammen marschiren, gnügliche Zeit verschaffen wolle, daß sie eben-falls da ankommen könnten.
Das fünff und siebenzigste Capitel.
Von dem Angriff der Linien, welche ein Land bedecken.Cap, LXXV.
He ich von den Angriff der Linien, so ein Land bedecken, zureden anfange, und dieser Gebrauch erst in diesen letztenZeiten eingeführet werden, ich auch solchen nur in einem Fall gutheissen kan, sowill ich zuförderst in diesem Capitel vorstellen, was diejenigen, so dieselbeneingeführet und in den Schwang gebracht, in Ansehung ihres vermeyntenNugens, vorgeben, hiernächst berichten, wie man sie anleget, und auf was Artman diefelben mit gutem Erfolg angreiffet.
Diejenigen, so den Gebrauch der Linien ein ganzes Land zu bedecken, eingesführet, haben vermeynet, das bedeckte Land dadurch von den Contributionenzu befreyen, und gegentheils dergleichen in dem feindlichen Land einzuführen, undendlich auch es dahin zu bringen, daß man, frey und sonder Geleit, von einemOrt zu demandern ganz leicht gelangen könne. Das sind also die drey vor-nehmsten Ursachen der Linien; allein ich gebe darauf zur Antwort, und die Ersfahrung hat uns deffen nur allzusehr überzeuget, daß sie nicht hindern mögen, daßdas Land unter Contribution gefeßet werde, angesehen man zu deren Errichtung,den ganzen Krieg hindurch nur einmahl darff Gelegenheit gefunden haben, inDiese Linie zu dringen, so hat es damit seine Richtigkeit, und wenn auch gleich dieTruppen, so dieselben überstiegen, nachhero gezwungen würden, sich eiligstdarvon zu machen, so ist dennoch die Contribution einmahl gefordert worden; und wann denn Friede gemacht wird, und es bey den Tractaten nursin wenig gleich zugehet, so muß man auf die angelegten Summen allerdingsſeben,