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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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128
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128 Nachricht von dem Kriege. Cap. LXXXII. LXXXIII.

Das zwey und achtigste Capitel.

Von den förmlichen Belagerungen.

Cap.LXXXII. SSC

An nennet es eine förmliche Belagerung, wenn man sichmit der Armee vor eine Festung sehet, und solche, nachallen Regeln der Kunst, angreiffet,

Wann man beschlossen hat, eine Festung zu belagern, muß des Gene-rals, dem dieses Vorhaben aufgetragen worden, erste Sorge seyn, vor allenDingen zu wissen, ob er alles, was er zu Vollziehung dieser Belagerung be-nöthiget ist, beysammen hat; darauf muß er seine Absicht, durch gewisse Bewegungen, dergestalt zu verbergen suchen, damit er es, wo möglich, dahinbringen könne, daß der Ort von Volck, Proviant und Kriegs- Nothdurfftentblöfset werde; zu dem Ende soll er alles, so zu diesem Vorhaben nöthig,an solchen Oertern niederlegen lassen, wodurch verschiedene Festungen aufgleiche Art unruhig gemacht werden können, darauf in geheim, und wo móglich, von vielen Seiten her, dahin rücken, und alles was ihm, zu Vollstreckung seines Anschlags, herben geschaffet worden, sicher in das Lager bringen lassen.

Cap, LXXXIII,

Das drey und achtigste Capitel.

Von den Linien.

werde hier nur von den Linien reden, welche man umeine Festung, die man belagern will, herum machet;von denjenigen aber, welche man in diesen letzten Zeiten eingeführet, ein gros-ses Land zu bedecken, und zu hinderen, daß solches Contribution geben müsse,habe ich bereit oben meine Meynung deutlich heraus gesaget.

Wie nun die Circumvallations- Linien einen grossen Raum einnehmen,weil sie die ganze Armee, welche die Belagerung antritt, in sich fassen müß-sen, so kan dieses Werck von niemand anders, als von Schanz- Gräberngemacht werden, daher man selbiger eine ziemlich grosse Anzahl commandi-ren lassen muß, die ganze Circumvallation zugleich, oder doch wenigstens dengrößten Theil darvon, vor die Hand zu nehmen.

Die Ankunfft der Schanz- Graber muß gesichert seyn. Auch muß manihnen das Brod geben, damit sie keinen Fürwand haben, auseinander zu gehen. Nicht weniger soll man Leute bestellen, die auf ihre Arbeit achtung gesben, selbige des Nachts zusammen bringen, und für deren sicheren Abmarschforgen. Eben so ist es gut, daß man mit der Reuterey, so den Ort beren-net, die Ingenieurs gehen lasse, damit sie ohne Zeit Verlust recognofciren,und die Linien abzeichnen, auch den Schantz- Gräbern, zu Errichtung besagter

Linien