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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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Nachricht von dem Kriege. Cap. XCIX.

digen soll. Diejenigen, welche den Gouverneur angehen, bestehen darinnemdaß er nicht allein die höhern und besondern Officiers, sondern auch so gar diegemeinen Soldaten und das Volck, mit groffer Sanfftmuth und Gelindigkeittractiren, und alle Nachrichten, so man ihm giebet, wie nicht weniger alle Vorsschläge, die man ihm thut, auf das freundlichste annehmen muß. Findet erDarunter etwas gutes, soll er deffen Urheber öffentlich loben, damit er bey denandern einen Nacheifer und Begierde nachzudencken erwecken möge; befindeter aber solche nicht vernünfftig, soll er denjenigen, welche selbige angebracht, dieUrsachen darvon alleine sagen, und sie dabey nicht abschrecken, vielmehr dieselbenermahnen, vom neuen alles vorzubringen, was sie den Diensten ersprießlich ach-ten, welches denn verschaffen wird, daß sie sich des Nachsinnens desto mehr besfleißigen, und desto grösseres Verlangen tragen, solche Sachen vorzuschlagen,welche für dienlich und für gut befunden werden.

Auch wäre ich der Meynung, daß der Gouverneur von der Belagerungein Tage- Buch halten solte, darinnen zuforderst und zu allererst die Einrichtung, wegen der Ordnung der Gegen- Wehr, so viel es die Dienste der Trupspen, und diejenigen, so man von den Einwohnern zu erlangen meynet, anbetrifft, richtig aufgezeichnet wåre; nach diesem aber alle Tage niederschreibenließ, in was für einem Zustand die Festung, so wohl von innen als von aussen,sich befände, nachdem er dieselbe in Person besehen, und sich von denjenigen,die er über die mannigfaltigen Dinge, so er ihnen anbefohlen, gesetzet, erforsderten Bericht erstatten lassen: ja ich wolte, daß solches in Gegenwart derjenigen geschäbe, die er für tüchtig geachtet, ihm mit ihrem Beyrath, zu Verstheidigung des Orts, beyzustehen; daß man sich auch berathschlagete, wasdienliches vorzunehmen wäre, und wenn man einen oder den andern Entschluß gefasset, solcher von denjenigen, so in den Kriegs- Rath beruffen worsden, allemahl unterschrieben würde; und daß, woferne einige Privat- LeuteSachen, die man für gut angesehen, vorgeschlagen hätten, selbige in demTage- Buch mit Nahmen benennet würden, damit ihnen solches zu Ehren gesreichen möchte, und im übrigen mehr gedachtes Tage- Buch, nicht allein vonDenjenigen, so herben geruffen, sondern von allen andern, welchen der Gou-verneur etwas zu ihrer besondern Aufsicht anbefohlen, täglich unterschriebenwürde, damit der Zustand der Festung denen, so es zu wissen nöthig, alleTage hinlänglich bekannt wäre.

Ich bin gewiß, daß dieses Tage- Buch, welches darzu verfertiget worden, daß es, nach der Belagerung, dem Fürsten überreichet werden soll, undvon niemand unter denen, welche dasjenige, so sie vorgeschlagen, täglich un-terschrieben, oder auch von den andern, welche man über den Aufgang dernöthigen Sachen gefeget, allemahl unterzeichnet worden, iemahls geläugnet

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