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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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Nachricht von dem Kriege.

Cap. XCIX.

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werden könnte, deren Sorgfalt nüßliche Dinge zur Vertheidigung des Ortsvorzuschlagen gar sehr vermehren, ja auch verschaffen würde, daß die Versleumder, und andere, welche sich zur Unzeit rühmen, der Unwahrheit garleicht überzeuget werden könnten.

Weil auch der Gouverneur wohl weiß, wie es mit des Fürsten KriegssCasse in der Festung stehet, so muß er sich bey denen zu verrichtenden Ausstheilungen darnach richten, und diejenigen, so gearbeitet, oder eine besondereThat vollbracht haben, nach dem vorhandenen Vorrath, belohnen.

Das Privat- Intereffe muß bey ihm niemahls regieren, sondern er solldaffelbe, zur Vertheidigung der Festung und zu seines Herrn Nuhm, allemahlwilliglich fahren lassen. Daher, wenn es an seines Fürsten Geld fehlen solte,muß er sein eigenes, ja so gar auch der Privat Personen ihres, auf seinen Credit,nehmen und gebrauchen, angesehen der Geiß dem Nußen des Staats, noch auchdem Ruhm, den er erlanget, wenn er eine schöne Gegen- Wehr gethan, niemahlsden Vorzug streitig machen muß, wenn es auch schon gewiß wäre, daß seine eigeneCapitalien, die auf die Dienste verwendet worden, nicht wieder ersetzet werdensolten, massen einem ehr liebenden Menschen keine Sache schlimmer anstehet,als wenn er seinen eigenen Nußen dem Ruhm vorziehet. Ist es in seinem Versmögen, so muß er diejenigen, welche er hat sehen ihre Gebühr dergestalt thun, daßsie einer höhern Beförderung werth sind, oder ihm auch durch die CommandantenDerer Corps recommendiret worden, auf der Stelle belohnen, und solchen die er-ledigten Bedienungen ungesäumt mittheilen.

Kurs, er muß seine Sachen so anstellen, daß er von den redlichen Leuten ge-liebet, und von dem nichtswürdigen Volckgen gefürchtet werde. Neben demmuß er viele Kundschaffter und vertraute Leute haben, damit er so wohl die Reden,so geführet werden, und die heimlichen Notten, die sich etwa anspinnen möchten,Erfahrung bringe, als auch verschaffe, daß man alles dasjenige, was er von derVertheidigung seiner Festung, und was draussen vorgehet, geglaubet haben will,für gut achte.

Ob ich aber gleich gefaget habe, daß er iedermann mit Sanfftmuth Gehor geben müsse, so soll er sich doch in keiner Sache auf iemand anders, als sichselbst, verlassen, und daher nicht allein alle Tage die Lebens- Mittel, die Kranckenund Verwundeten besehen, und diesen groffe Merckmahle seiner Leutfeeligkeit, beyseinem Besuch, spüren lassen, sondern er muß auch täglich durch sich selbst erkennen, was es mit der Kriegs- Nothdurfft, mit andern zur Gegen- Wehr nöthigenSachen, mit der Feinde Arbeit, und mit den Aussen- Wercken so wohl, als mit demHaupt- Wall, für eine Bewandniß habe, und in was für einem Zustand sich allesDieses befinde.

Erster Theil.

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Nach