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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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75
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Historische und Militarische Nachrichten. Cap. VII. 75immer dahin bedacht war, wie er einen Vortheil erjagen, und dadurch dieBeschaffenheit des Krieges verändern wolte, damahls seine Zeit so wohl,daß er erlangte, was er wünschte. Zu dem Ende faßte er sich der Armeedes Fürsten von Waldeck gegen über, an einen Ort, wo die Sambre Furthenfür die Neuterey hatte, und ließ des Herrn de Bouflers Truppen so behendeanrücken, damit dieselben zu ihm stiessen, ehe der Fürst von Waldeck nocheinmahl wüste, daß sie aufgebrochen waren.

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Damit er aber die Conjunction dieses Corps dem Feind desto besser versbergen möchte, so ließ er einen Hauffen Reuterey über die Sambre hinübergehen, um dem Fürsten von Waldeck mit einem kleinen Scharmügel etwaszu thun zu machen, und ihm solcher gestalt den Übergang der gesammten Ar-mee zu verbergen; darauf aber griff er diesen mit so gutem Erfolg an, daßdes Königs Armee den ganzen übrigen Feldzug den Feinden überlegen war.Dieses ist ein merckwürdiges Exempel, welches erweiset, daß, in einem Kriesge zwischen gleichen Machten, ein geschickter General, der mehr Wizz, als seinFeint, hat, durch seine eigene Geschicklichkeit allein, und ohne sich dem Ei-gensinn des Glücks zu unterwerffen, dienliche Mittel finden kan, die verdruß-liche Beschaffenheit dieses Kriegs in einen Offenfiv- Krieg seines Orts zuverwandeln.

In eben diesem Jahr 1690. finde ich in Piemont ein Exempel, welchesdemjenigen, so ich aniezo angeführet, ganz entgegen ist, maffen ich zeigenwill, daß der Krieg, so in gedachtem Jahr, wieder den Herzog von Savoyen,seinen Anfang nahm, auf unserer Seite so fort offenfiv seyn solte, und daßfelbiger nichts desto weniger gleich anfangs sich in einen Krieg zwischen gleichmächtigen Herrschafften verwandelte; und ob wohl der Ausgang der Schlachtbey Staffardo es dahin brachte, daß er seine vorige Natur wieder annahm,krafft deren er offenfivè geführet werden solte, so verkehrte er sich nachgehendsDennoch wiederum, ohne einigen Grund, in den, so zwischen gleichmächtigenPotentaten geführet wird, wiewohl da endlich der Feldzug auf unserer Seiteabermahl, mit offenfivè agiren, beschlossen ward. Also siehet man, daß derKrieg in Piemont daselbst viermahl eine andere Gestalt gewonnen, es istcher felbiger in dem abr 1600 in aedachtem Lande folaender maffen aesführet worden.

Ich habe bereits anderwärts gemeldet, daß ob es wohl, in dem Kriege,wieder die Waldenser, das Ansehen hatte, als wenn dieser Fürst, mit denGenerals bey des Königs Armee, gemeine Sache machte, solcher dennochmit des Königs Feinden in geheim tractiret, und uns den Krieg zuerst angeskündiget hätte. Gleichwohl war er gar nicht bereit denselben auszuhalten:seine Truppen befanden sich noch nicht beysammen, die Spanier durfftenK2

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