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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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Historische und Militarische Nachrichten. Cap. VII. 91

Die klugen Bewegungen des Marschalls von Luxembourg, wodurcher es dahin bringen wolte, daß die Beschaffenheit des Krieges ein anderesAnsehen gewanne, waren nun folgender gestalt eingerichtet worden.

Sobald der König fortgegangen war, schlug er sein Lager bey Meldertauf, welches von dem feindlichen, bey Parc, durch das Meerdaler Gehölzze,unterschieden ward. Vermöge dieser Lage hatte er die Armee des Prinzenvon Oranien vor sich, und die Truppen, so in Lüttich waren, hinter sich,also, daß solche Völcker aus ermeldetem verschanzten Lager nicht gehen,noch sich mit dem Prinzen von Oranien conjungiren durfften, wenn siegleich ihren Marsch, durch den Fluß Demer, zu bedecken vermeynet hat-ten. Und dieses aus zweyen Ursachen: Erstlich, weil sie von Lüt-tich nicht weg gehen durfften, falls es uns nicht möglich werden solte, unsdessen zu bemeistern, ehe der Prinz von Oranien vermögend gewesen, diesesVorhaben zu unterbrechen, daran doch den Holländern hauptsächlich gelegenwar. Zum andern, weil diefe Truppen, auf ihrem Marsch hinter dem Desmer, in grosse Gefahr gerathen konnten, weil der Marschall von Luxem-bourg sehr nahe dabey stund. Der Prinz von Oranien selbst durffte auchaus dem Lager bey Parc nicht weg gehen, weil er, durch diese Bewegung,die Stadt Loven blos gegeben hätte. So lange es demnach dem Herrn deLuxembourg möglich war in dem Lager, bey Meldert, zu bleiben, so behielter, vermittelst dieses Posten, die Oberhand, und spielete den Meister im Fel-de, ob gleich seine Armee weit schwächer war, als des Prinzen von Oranienseine, falls dieser solche hätte zusammen ziehen können.

Ob nun wohl Mr. de Luxembourg, durch diese blosse Lage, es so weit gesbracht, daß die Beschaffenheit der Defenfive in einen Krieg, der zwischengleichen Machten geführet wird, verwandelt worden, so begnügte er sich dochmit diesem schönen Anfang keines weges. Damit er also weiter gehen undselbst angreiffen, auch mit allen Vortheilen, die eine vortreffliche Fähigkeitdes Verstandes, zu Erhaltung eines glücklichen Erfolgs, sich zu verschaffenweiß, seinem Feind zu Leibe gehen könnte, so stellete er seine Sachen nachfolgender massen an. Er hielte nicht dafür, daß er den Prinzen von Oranienangreiffen solte, er habe denn seine Macht, die er bereits zertheilet, nochmahlsvermindert: denn auf die Art, wie sich dieser Printz bey Parc gefeßet, konnteMr. de Luxembourg weder gegen die Convoyen, noch die Fütterungen desFeindes, etwas vornehmen. Wenn er demnach zu seinem Vorhaben, nehmslich mit dem Feind vortheilhafftig zu fechten, gelangen wolte, so muste er inseiner sinnreichen Einbildung einen Vortheil ausdencken, der mehr auf sichhåtte, als wenn er ihm eine Zufuhr wegnahme, oder einen grossen HauffenFutter- Knechte, und deren Geleit, schluge. Zu dem Ende hielt er für dienlich,

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