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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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103
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Historische und Militarische Nachrichten. Cap. VII. 103hinanwarts liegenden Thäler, gleicher massen nichts zu besorgen, ausser daßman etwa eine und andere Streiffercyen vornehmen könnte, in Provence undDauphiné etliche Dorffer in die Asche zu legen, und einiges Vieh aus denGebürgen weg zu treiben. Allein das waren gar geringfchäßige Dinge füreine Armee, die einen starcken Offenfiv- Krieg zu führen vorhatte. Über diesses hatten wir, in felbigen Ländern, unterschiedliches Fuß- Volck, dessen An-zahl, durch das, welches auf dem Berg Genévre lag, gar leicht zu vermehrenwar, wodurch man schon so viel zu wege gebracht, daß der Feind genöthigetworden, sich wiederum zurück zu ziehen, ihn auch zugleich gehindert hatte, sichan der Durance fest zu setzen. Nicht weniger war auch sonst noch etwasvorhanden, daraus man vernünfftiger weise urtheilen mochte, daß man auffelbigen Seiten, wieder des Feindes Anschläge, ziemlich gesichert wäre, wennman nehmlich fagte, daß er entweder, mit einem kleinen, oder einem grossenHauffen, sich dahin wendete. Hätte er solches mit einem kleinen Corps un-ternommen, so wäre es ein leichtes gewesen, daß man diesen Hauffen, sobald er etwas vor sich hingerücket, von hinten angegriffen hätte. Solte eres aber mit einem starcken Corps Fuß- Volcks haben vornehmen wollen, wo-von hätte es leben sollen, wenn wir, zu gleicher Zeit, mit unserer ganzenMacht in die Ebene von Piemont gerücket, und unten an den Alpen weggegangen wåren, mithin unsere Armee den Überrest der feindlichen, welche manetwa bey den Eingang in ein Thal gestellet, damit es die Rückkehr desCorps, so dahinein gedrungen, versichern solte, von dar weggetrieben hätte?

Biertens schiene es nicht vernünfftig, daß man von den Thälern Mau-rienne, Tarentaife und Chablais her, wegen Savoyen, in Sorgen stund,weil der Feind an keinem andern Ort, als durch das Thal Aofta und denFleinen Berg St. Bernhard, dahin gelangen können. Daher war, bey derDefenfive, nur das Haupt- Werck, daß man Ste. Brigitte, Pignerol und Sufewohl bedeckte. Damit man nun der Feinde gesammte Offenfive und unseregange Defenfive auf diesen Punct bringen könnte, so waren auf unserer Seiste mancherley Dinge vorzunehmen, deren einige nur zum Schein gethan werden solten, andere hingegen wesentliche Dinge waren.

Unter die Schein Dinge zehle ich die Ausbesserung der Artillerie- undProviant Wagen, die zu Pignerol stunden. Dieser armseelige Aufwandware dem ungeachtet vermögend gewesen, den Feind auf die Gedancken zu bringen, daß wir uns in den Stand sehen wolten, uns alle seine Bewegungen,die er etwa weit von Pignerol vornehmen möchte, bestens zu Nutz zu machen.Und solcher gestalt hätte er uns keine Besorgnisse, so von unserm rechten De-fenfiv Zweck entfernet, erwecken mögen, indem er geurtheilet haben würde, daßwir uns diesfalls keinen vorgenommen hatten, weil wir uns bereit hielten, of.

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