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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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111
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Horische und Militarische Nachrichten. Cap. VII. III

Auf unser Seite hatte sich der Marschall de Bouflers, welcher dem Churfürsten von Bayern, auf seinem Warsch, den er die Belagerung vor Namur anzufangen vornahin, stets auf der Seite gegangen, vermöge Königlicher Ordre,mit zwanzig Efcadrons Dragonern in diese Festung geworffen, und dem Marsschall de Villeroi seine ganze übrige Armee zugeschicket, ausgenommen einigeReuterey, welche man bestimmet hatte in die mit Namur benachbarte Festungen zu gehen, und das Land zwischen der Sambre und Maas, nebst derGegend bey Dinant, zu bedecken. Daher war die Armee des Marschallsde Villeroi sehr starck, und weil sich dieser General darauf in die CortricherLinien gelagert hatte, so war er nur drey Französische Meilen von dem Corps,welches der Prinz von Vaudemont commandirte.

Eine solche Bewandniß hatte es nun mit den Armeen zu Anfang derBelagerung Namur; wie ich aber meine Betrachtungen über dasjenige, sowir unsers Orts beffer machen können, als wir thaten, bis dahin verspare,da mir die Materie dazu Anlaß geben wird, und hier nur von dem, was denDefenfiv Krieg angehet, die Rede ist, so will ich aniego weiter nichts anmerscfen, als was diese Gattung des Kriegs anbetrifft.

Wegen des Entsatzes der Festung Namur, init einem, dem Ansehen nachy,glücklichem Erfolg, war vorläuffig in Betrachtung zu ziehen, daß man mit ei-ner grossen Ober- Macht, und sonder einige Furcht vor dem wichtigen Corps,welches der Prinz von Vaudemont commandirte, dahin gelangen konnte.Dieser General hatte sich ganz nahe bey unsere Armee, die ungemein weitstarcker, als feine, war, gelagert und noch darzu sehr übel posiiret, daher dennDer Marschall de Villeroi den Anschlag machte, daß er hinrücken und ihn infeinem Lager unterdrücken wolte. Damit er nun diesen feindlichen Generalsi her machte, so stellete er seine Bewegungen sehr klüglich an, und sein Marsch,gegen denselben, war so geheim, daß die ganze Königliche Armee, frühe gegenfünff Uhr, sich bis auf zwey Musqueten- Schüsse an dem lincken feindlichenFlügel befand, ohne daß selbiger von unserer Bewegung die mindeste Nach-richt bekommen hatte. Zwischen dem lincken Flügel des Feindes, und demFuß- Volck von des Königs Armee, war ein kleiner Bach, der etwa fünff odersechs Schuhe breit, und daher schier in einem Augenblick mit Brücken, so manaus den Thoren und Thüren derer bey dem Bach gelegenen Häuser gemacht,beleget worden, daher denn nichts mehr übrig war, als daß man das Fuß-Volck über gedachte Brücken gehen, und in das Quartier des Printzen vonVaudemont, der noch schlieff, hinein dringen ließ. Diese mit Nachdruck voll-brachte Bewegung konnte, bey diesem Umstand, in ihrer Vollendung keinerSchwürigkeit unterworffen seyn; doch in dem Augenblick, da man ein solchesVorhaben, welches man schon auf den Punct eines guten Ausschlags gebracht,

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