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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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Historische und Militarische Nachrichten. Cap. VII.über den Mandel gehen, und des Feindes lincke Seite angreiffen ließ, da indessen die gesammte Armee lincker Hand wegmarschiret, und zum höchstenauf zwey Musqueten- Schüsse weit vor den rechten Flügel des Feindes gerüscket wäre.

Kurz, es wolte alles zu dem Ruhm des Marschalls de Villeroi behülff-lich seyn, und die Vermessenheit des Feint es gab ihm noch eine sichere Gele-genheit an die Hand, dadurch des Fehlers von dem vorigen Tage hätte könnenvergessen werden; allein er ließ sich dieselbige abermahl aus den Händen ent-wischen. Denn als er schon würcklich im Begriff stund, diese Armee anzusgreiffen und gantz über den Hauffen zu werffen, indem sie sich in vier und zwanBig Stunden, aus ihrem eigenen Versehen, nun zum andernmahl dahin ge-bracht, daß es darauf stund, daß sie in einem Augenblick ganz und gar ruiniretwerden solte, so verschob unser General die Sache bis auf den andern Tag,man mochte gleich noch so inständig anhalten ihn dahin zu vermögen, daß erOrdre geben möchte, daß man zum Angriff marschiren solte. Der Printvon Vaudemont machte sich demnach sein Glück und unsere Weichlichkeit sowohl zu Nutz, daß er seinen Abzug, vor unsern Augen, eben so ruhig nahm, alser solches hätte ausser unserm Gesicht thun können, wovon doch auszunehmenein kleiner Nach Zug von Dragonern und Fuß- Volck, deren Angriff derMarschall de Villeroi auf dem rechten Flügel endlich noch erlaubete, wie dennauch von dem lincken, auf den feindlichen Nach- Zug, einige Flinten- Schüssegethan wurden.

Dieses Erempel wird dienen wahr zu machen, daß es höchst- nöthig sey,einen Defenfiv- Krieg einem solchen General anzuvertrauen, der hinlänglicheErkanntniß habe, damit er die sichern Gelegenheiten, diese Art des Defenfiv-Krieges in eine vortheilhafftere zu verwandeln, sich nicht entgehen lasse. Dennin Ansehung der Materie, davon ich handele, ist es mit einem Wort klar undoffenbar, daß, wenn der Marschall de Villeroi, aus den günstigen Gelegen-heiten, so ihm von den Feinden dargeboten wurden, selbige Parthey- weise zuruiniren, den rechten Nugen zu erlangen gewust, er vermittelst des ersten Vorstheils die Gleichheit zwischen den beyden Armeen ganz sicherlich wiederum er-langet, und mithin zuwege gebracht hätte, daß unsere Feinde unmöglich etwasunternehmen können. Es war demnach allerdings in seinem Vermögen, diedamahlige Defenfive, obne des Königs Armee in Gefahr zu sehen, in einenKrieg zwischen gleich- mächtigen Potentaten zu verkehren, welcher bey weitemnicht so schwer, als die Defenfive, zu führen und auszuhalten ist.

Von diesem Jahr an bis auf den Ryfwickischen Frieden war der Kriegbey nahe stets von der dritten Art, welches gedachter masser derjenige ist, sozwischen gleichen Machten geführet wird; angesehen weder in Flandern, nochZweyter Theil.

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