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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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125
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Historische und Militarische Nachrichten. Cap. VIII. 125

Jedoch will ich nur die Fehler untersuchen, in welche man, in Ansehungder allgemeinen Anstalten und Projecte, so ich zu der Zeit habe machen sehen,die vor den Kriegen hergegangen, gerathen ist, und dasjenige, so ich von der Materie der besondern Anstalten zu sagen habe, so lange anstehen lassen, bis mir derInhalt derer Capitel Gelegenheit dazu geben wird.

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Es ist gewiß, daß man den heran nahenden Tod Königs Philippi IV. inSpanien geraume Zeit vorher sehen können. Hätte nun der König, da er,bey der Gelegenheit dieses Todes, das Devolutions Recht der Königin aufBrobant in Ansehen bringen wollen, einige Zeit zuvor eine genugsame AnzahlFuß- Volcks werben lassen, wie er, wegen der grossen Menge Leute in demKönigreich, leicht thun können, darneben in geheim Pferde zu dem Dienst seisner Artillerie und des Proviants anzuschaffen befohlen, und sich mit einer hinslänglichen Anzahl davon versehen, sich auch in Ländern, so von den FlandrischenGrenzen abgelegen, Karren- Gerüste machen, und Getreide einkauffen lassen, so würde der Einfall in Flandern auffer Zweiffel bebender und nachdrücklicher gewesen seyn, als er war. Ja es würde ihm nicht schwer gewordenseyn, in dem Feldzug von anno 1667. alle catholische Niederlande zu erobern,würde solche auch, durch den Aachischen Frieden, eben so leicht behalten haben,als den kleinen Theil, welchen er von selbigem Lande einnahm, immassen damahls keine Herrschafft in dem Stande war ihn zu zwingen, daß er seineneu- eroberte Landschafften und Oerter hätte verlaffen müffen. Allein alle diesse Sorgfalt, die einen Fürsten, der etwas zu erobern gedencket, so nüglich,wurden, zum wenigsten größten Theils verabsäumet, weil die Werbungen zuJuß und auch zu Pferd erst, nach dem Einfall der Armee in Flandern, ihrenAnfang nahmen. Daher geschahe es blos aus Mangel der Truppen, dieStädte, so man einnehmen können, zu besetzen, daß man derselben keine groß-sere Anzahl erobert hat.

Eben so ist gewiß, daß, wenn der König, zu seinem Proviant und zuseisner Artillerie, das nöthige Geschirr beysammen gehabt, er bey Eröffnung desFeldzugs, mit seiner Armee, bis vor Brüffel hätte gehen können, und wenner dieses erobert, der Verlust der gesammten catholischen Niederlande un-fehlbar würde gefolget seyn, weil sie zu der Zeit von allem, was zu ihrer Ver-theidigung nöthig, gänglich entblöfset waren.

Solchemnach kan ich sagen, daß die allgemeine Anstalt und das Pro-ject zu diesem Kriege gefehlet hat, welches aber wieder die Grund- Säße undRegeln läufft, welche von einem Fürften, der mit Nachsinnen auf eine Erobesrung bedacht ist, und Zeit genug gehabt dieselben insgesammt zu machen, beobachtet werden sollen.

Als der König, in dem Jahr 1672. die Holländer bekriegte, würde er

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