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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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126
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126 Historische und Militarische Nachrichten. Cap. VIII.

diesen Krieg sehr rühmlich zu Ende gebracht haben, wenn er, nachdem er sel-bigen in einer Geschwindigkeit sehr viele Derter abgenommen, den vortheilhafften Friedens- Vorschlägen, die sie ihm thaten, Gehör gegeben hätte, zu-mahl da es doch schiene, als wenn er diese allzu hochmüthige Republic, mitDer er übel zufrieden war, daß sie den Tractat der Triple Allianz zuwege gebracht hatte, nur demüthigen, nicht aber gänzlich zerstöhren wol-te. Wenn also der König, nach gemachtem Frieden mit den Holländern,sich des Vorwands bedienet, welchen ihm die Spanier selber an dieHand gegeben, indem sie den Holländern groffere Hülffe geleistet, als sie,vermöge ihres Defenfiv.Tractats mit denselben, zu thun schuldig gewesen: soist es sicher und gewiß, daß der König, wie er seine Armeen wieder nachFranckreich führte, das ganze übrige Flandern und Brabant innerhalb sechsWochen hatte erobern können, ohne daß er befürchten dürffen, daß der Kay-ser hätte Zeit haben und kommen mögen, ihm in seinen vorhabenden Erobesrungen hinderlich zu fallen, oder ihn auch, Spanien zum Besten, nachhero zubekriegen: angesehen die Staaten dieser Monarchie, nach Eroberung dercatholischen Niederlande, von Teutschland und den Erblanden des TeutschenHauses Oesterreich, allzusehr getrennet gewesen, als daß man befürchten sol-len, daß selbiges den König in dem Besitz dieses neuen Eigenthums, damiter seine Staaten vermehret, hätte stöhren können. Diesemnach hat man,bey diesem Kriegs- Project gegen Holland, nur sehr eingeschränckte Absichtengehabt, indem solche weiter nicht gegangen, als was den wieder diese Republic vorzunehmenden Krieg anbetroffen hat, ohne sich dabey zu erinnern,daß, wenn die Spanier Theil daran nahmen, man sich in den Stand setzenmüste, sich dieses zu Nutz zu machen, und die übrigen catholischen Niederlandevollends zu erobern.

Nachdem auch der König, in dem Jahr 1688. dem Kayser, mit Erosberung der Festung Philippsburg, den Krieg ankündigte, und man diesenOrt, nach dessen Einnehmung, geschleifet, die Wohnung aber davon demBischoff von Speyer, welchem der Grund und das Eigenthum hiervon ge-hörete, wiederum zugestellet, und hiernächst die Unkosten dieser Belagerungvon den Reichs- Ständen in dem Schwäbischen und Fränckischen Creiß nichtwieder gefordert, viel weniger die Pfals ruiniret und deren Churfürsten dar-aus verjaget hatte, so ist gewiß, daß das Reich dem König, vermöge einesgemeinen Reichs Schlusses, den Krieg nicht würde angekündiget, noch sichdes persönlichen Intereffe des Kaysers, zu der Zeit, da dieser Fürst mit demKriege gegen die Türcken vollauf zu thun hatte, so leicht angenommen haben.Hätte man auch damahls mehr Truppen auf den Beinen gehabt, und dieWerbungen nicht erst, nach der Kriegs- Ankündigung, angestellet, an statt

daß