Historische und Militarische Nachrichten. Cap. X. 141Vendôme diese Bewegung, welche ihm die Känntniß des Landes anzeigte,vorgenommen hatte, so würde daraus viel Gutes entstanden seyn. Er hätteDie eroberten Städte, Gent und Brügge erhalten, darneben hinter ihm Tesnen belagern lassen können, ohne daß es den Feinden möglich gewesen sichdarwieder zu seßen, mithin hätte er Ryffel oder Lille erhalten, auch, unterwährender Belagerung vor Menen, wegen Namur und Charleroi, nichtszu befahren gehabt, weil die Feinde Brüssel entblöfset, wenn sie sich weit hinweg begeben hätten.
phatte Mr. de Vendôme das Land um Oudenarde herum besser gekannt,würde er sich mit einer Spiße Fuß- Volck und nur Brigaden- weise, gegen einCorps Infanterie, dessen Anzahl er nicht wuste, weil das gebüschige und zertheilte Land ihm solche gänzlich verbarg, nicht in ein Treffen eingelassen ha-ben. Mit einem Wort, wenn der Herzog von Vendôme Flandern, und dasfruchtbare Land um Nyffel herum, recht gekannt hatte, so würde er sich nim-mermehr eingebildet haben, daß er die Feinde, bey der Belagerung diesesOrts, aushungern wolte, wenn er sie in den grossen Circkel, darinnen er siezu haben vermeynte, einschlosse, sondern würde vielmehr geurtheilet haben, daßer auf diesem ganzen Umfang schwächer, als die Feinde, wäre, und diese dasher allenthalben, wo es ihnen beliebte anzusehen, ohne Schwürigkeit durch ihnwegkommen und heraus gelangen würden.
Wenn der Graf de la Mothe ein Land, darinnen er seit 15. oder 16.Jahren commandirte, behöriger massen gekannt hatte, würde er sich des anfehnlichen Corps, so unter ihm stund, vortheilhaffter, als geschahe, bedienetund verwehret haben, daß die Feinde aus Oftende, zu der Belagerung derFestung Ryssel, keine Zufuhren bekommen hatten, noch weniger aber würdeer sich, bey Winendal, vergebener weise haben schlagen lassen, weil er einLand, darinnen er so lange Zeit gewesen, nicht gebührend kannte.
Im Jahr 1709. hat Mr. de Villars, aus der Känntniß des Arrechtischen,alle mögliche Vortheile erhalten, und gehindert, daß die Feinde nicht in dieseProving drangen, und mit ihrer Armee bis an die See giengen. Auch kan erin seiner allgemeinen Einrichtung nicht genugsam gelobet werden, daß er ein sogroffes Ungemach abgewendet hat; jedoch ist seine besondere Anstalt, zu Empfahung der Feinde bey Malplaquete, so gar gut eben nicht gewesen. DasFuß- Volck von dem lincken Flügel, längst dem Holtz bey Hars, war allzusehr ausgedehnet, weil es von keiner andern Linie konnte beschirmet werden,und gegentheils von dem feindlichen rechten Flügel, der über unsern linckenweg gieng, recht eingefasset werden konnte, über dies auch dieser nicht ein-mahl sahe, was der Feind für Anstalt machte selbigen anzugreiffen, weilihm dessen Bewegungen, wegen der Winckel oder Wendungen, welche dasHolk
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