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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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148
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148 Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XII.

worden, unerachtet selbige, nach der besondern Beschaffenheit des Landes,darinnen er genöthiget wird, den Bewegungen seines Feindes sich zu wiederssetzen, auf verschiedene Art angewendet werden müssen.

Ich will indessen meine Anmerckungen über die Märsche mit demjenigen beschliessen, welchen der Marschall de Luxembourg in dem Jahr 1694.that. Er commandirte selbigen Feldzug des Königs Armee in Flandern, unter dem Dauphin. Die Armee hatte sich zu Vignamont und Huy gelagert,und die Maas war hinter ihr; die feindliche hingegen stund bey Tavieres, undstieß mit dem rechten Flügel an die Méhaigne. Aus diesen beyden Lagen istleicht zu ersehen, daß, nachdem die Armeen die Fütterung selbigen Landes aufgleiche Art verzehret, der Feind auch wegen Lüttich weiter nichts zu befürchtenhatte, dieser keinen andern Entschluß faffen konnte, als wie er seinen Feldzugin Flandern vollenden, zuförderst aber Cortrich uns vor der Nase wegnehmen, und sich so wohl der Fütterung zwischen der Lys und der Schelde, alsauch des Posten bey Cortrich, dadurch versichern, und hiernächst einen wichtigen Hauffen Volcks allda überwintern lassen wolte.

Auch hielt der Prinz von Oranien gewiß dafür, daß er diese Bewegung gar leicht machen könnte, weil er zum wenigften drey oder vier Märsche,vor des Königs Armee, weg hatte. Nichts desto weniger machte sich derMarschall de Luxembourg, welcher auf des Feindes Bewegungen unauf-hörlich achtung gab, zu einem sehr behenden Marsch fertig, so bald nur derFeind seinen antreten würde. Zu dem Ende ließ er einige Tage zuvor, ehefich der Feind zu bewegen anfieng, auf feine Route, Brigaden von Reutereybis auf die Höhe bey Buffiere an der Sambre, unter dem Vorwand, rücken,daß er das Land, zwischen der Sambre und Maas, gegen die feindlichen Streifereven bedecken wolte; wie aber die gesammte Armee zu marschiren anfieng,ließ er diese so gar ungemein behende fortrücken, daß deren Spike nur einigeStunden, vor der Spize der feindlichen Armee, auf der Höhe an der Scheldeankam. Dieser Vorsprung war ihm schon genug, daß er den Prinzen vonOranien hindern konnte, Brücken über die Schelde zu schlagen, und zu demim Stande war, diesen zu nöthigen, daß er über gedachten Fluß, zu Oude-marde, und über die Lys, ben Gent, gehen, und seinen Feldzug zu Rouffelaerendigen muste, ohne daß er dem Herzog von Luxembourg wehren mögen, dieArmee, den übrigen Felt zug hindurch, auf der Herrschafft Cortrich und derSpanier Unkosten, leben zu lassen, und dieses so gar auch jenseit der Lys.

Alle diese Exempel von schönen Marschen, welche bey diesem Jahr einEnde nehmen, find hinlänglich, zu erkennen zu geben, was selbige, in Ansehungder vortheilhafften Erfolge die sie zu wege gebracht, für Nutzen geschaffet haben, und was zwischen der Fähigkeit der Generals, die solche gethan, und

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