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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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156
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156 Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XIII.

genommen, nicht gedienet habe, so kan ich in Ansehung der Materie von denLagern weiter nichts vorbringen, als was mir andere davon erzehlet haben.Indessen habe ich daraus so viel angemercket, daß unsere Feinde verschiedeneLager genommen, dafür sie von den Generals, unter denen ich gedienet undden Krieg gelernet habe, gewißlich durfften so bezahlet worden seyn, daß siees würden bereuet haben. Jedoch hat mir auch der Herzog von Orleans einen Abriß von einem Lager sehen lassen, welches er in Catalonien genommen,und mir im ersten Anblick sehr verwegen und wieder alle gute Regeln geschiesnen hat; nachdem er mir aber die Ursachen, so ihn dazu bewogen, erklärethat, so habe ich solches voller Wissenschafft und Klugheit befunden.

Dieser Prins sabe sich gezwungen, sein Brod aus Balaguer, und zwarmit der Beschwerlichkeit, zu holen, daß er sich nicht weiter davon entfernenkonnte, als er seine Zufuhren in einem Tage verrichten mochte, angesehen.esihm an nöthigem Proviant- Fuhrwerck ermangelte. Neben dem iuste er auchsich genugsamen Unterhalt für seine Reuterey verschaffen, damit er in selbigerGegend so lange bleiben, als der Feind bey ihm stehen konnte. Damahlswar der Graf von Starenberg an dem Scio campiret, drey Meilen über demLager, welches der Herzog von Orleans, aus nur gedachten zwey Absichten,einzunehmen entschlossen war. Es kam also darauf an, wie man das Wasseraus dem Scio, und die Fütterungen von beyden Seiten dieses kleinen Fluffesoder Bachs bekommen, wie auch die Convoyen aus Balaguer bedecken wolte.

Um nun alle diese Vortheile zu erhalten, ward der Herzog von OrleansRaths, den Lauff des Scio zwischen seine beyde Linien zu fassen, und sich, gegenbeyde Ebenen, vorwärts zu kehren, damit er auf einer Seite für seine Zusfuhren, und auf der andern für seine Truppen, die verlangte Bequemlichkeithaben möchte. Zu dem Ende legte er seinen rechten Flügel von der erstenLinie an ein Dorff, welches auf einer kleinen Höhe war, ließ dieses auf be=hörige Art zurichten, und legte eine Brigade zu Fuß hinein, den lincken Flügelvon der andern Linie aber stellete er diesem Dorff gegen über, wo eine steinerneBrücke war, und ließ längst dem ganzen Fluß hin, auf jedes Bataillon, undjede Escadron, zwey Brücken schlagen, damit beyde Linien aus ihrem Lagervon hinten zu zusammen kommen könnten. Aus diefer Stellung hat man zuersehen, daß es schiene, als wenn die Armee dem Feind nur die rechte Seiteihrer ersten Linie, und die lincke Seite ihrer andern entgegen stellete.

Ware der Herzog von Orleans genöthiget gewesen, den Feind in dieserStellung zu empfangen, ohne daß er selbige verandern können, so wäre solchesehr schlecht gewesen; allein er halff dieser Beschwerung gar weislich ab, in-dem er sich, zu beyden Seiten des Bachs, einen hinlänglichen Plaz, seine Ar-mee in Schlacht- Ordnung zu stellen, zu wege brachte. Er machte aus dem

Dorff