Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XIV. 157
Dorff auf der rechten gleichsam das Ziel seines rechten und lincken Flügels,und fand in der Beschaffenheit des Landes, und vermittelst der Communicationen, die er sich zu verschaffen wuste, das Mittel, aus diesem Dorff dierechte Seite der Fronte von seiner Armee zu machen, im Fall der Feind voneiner Seite des kleinen Flusses auf ihn anrückte, oder die lincke von eben derFronte der Armee, woferne er von der andern Seite herkame. Da nun alsodie beyden Flanquen von dem rechten und lincken Flügel der ersten und andernLinie auf gleiche Art bedecket und gesichert waren, so befand es sich offenbarwahr, daß es diesem Prinzen nicht an der Zeit fehlen konnte, vermittelst eisner Art halber Wendung von den abgelegensten Orten dieses Dorffs, so dasEnde davon ausmachte, seine Wahlstatt einzunehmen.
Gleichwohl ist dieses Lager von einer so seltsamen Beschaffenheit, daß,wenn man eben dergleichen einnehmen wolte, man alle die Gründe, welcheder Herzog von Orleans gehabt, feine Armee auf so eine Art zu lagern, vorsich haben, und über dies in einem Land seyn müste, welches den besondernVortheil darzureichen vermögend wäre, daß man, durch eine so grosse Bewegung, wie diese Art halber Wendung der gangen Fronte einer Armee, DemAnsehen nach, seyn solte, die Truppen auf diese Wahlstatt bringen könnte.Indessen muß man bekennen, daß, wenn der Vortheil diefes wunderlichen Lagers recht eingesehen wird, derselbe einen grossen Verstand von dem Kriege undein vollkommenes Judicium bey diesem Fürsten andeutet.
Die Lager, welche der Marschall de Villars, im Jahr 1709. eingenom-men, sind allesammt sehr weislich ausgesonnen gewesen, ausgenommen dasbey Malplaquet, wo er zum Fechten ist gezwungen worden.
Cap.XIV. SSC
Das vierzehende Capitel.
Von den Fütterungen überhaupt.
Eine Anmerckungen über dieses Capitel werden nicht weiter,als auf die Fütterungen, gehen, weil es leicht zu begreiffenstehet, daß der General, welcher sich die Bequemlichkeit verschaffet, daß ersolche leicht wegnehmen kan, oder auch behörige Anstalt zu machen weiß, daßman gebührend damit haushalte, es ebenfalls leicht dahin bringet, daß er dieandern Sachen, so etwa den Unterhalt der Menschen und Pferde angehen, aufgleiche Art erlangen kan.
Ich will demnach überhaupt sagen, daß, obgleich unsere Armeen vielweniger Equipages, als der Teutschen ihre, bey sich haben, selbige dennochungemein weit mehr Fütterungen und andere Bequemlichkeiten, als diese, auf-zuzehren und zu verthun pflegen. Es sind aber viele Ursachen von dem un-nüßen Aufgang bey unsern Armeen, und von der guten Haushaltung bey der
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Teutschen