Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XVII. 165nien, welche er, wie er von Seneff aufbrach, in der Einrichtung seines Marfches, gebrauchte, aus einem blossen besondern Treffen, mit einem Nachzug,so durch zwey enge Derter von der gesammten Armee getrennet war, eine all-gemeine Schlacht. Dieweil ich aber von dieser schlimmen Einrichtung desFeindes bereits anderwärts geredet habe, auch ferner davon Meldung zuthun Gelegenheit haben werde, so sage ich hier weiter nichts davon, als soweit es der Materie dieses Capitels zum Exempel dienen kan. Um nun meineRegel zu beweisen, so will ich sagen, daß der Print von Condé ein besonderes Gefecht veranlassen wolte, war auch dabey versichert, daß er, wegen derBeschaffenheit des Landes, damit aufhören konnte, wenn es ihm beliebenwürde; der Print von Oranien hingegen ließ es zu einem besondern Treffenkommen, ohne daß einige Absicht oder Vortheil für ihn dabey war, weil erkeine Anstalt gemacht, daß es bey ihm gestanden, von solchem Gefechte wiesderum abzulassen, wenn er es für gut befinden würde. Solchemnach geriethdieser Fürst, durch seine Unvorsichtigkeit, in ein Ungemach), davon ich sage,daß es ein General sorgfältiglich vermeiden soll, nehmlich ein Gefecht wiederseinen Willen, und da man sich, durch ein besonderes Treffen, zu einer aligesmeinen Schlacht bewegen låsset.
Das Jahr 1676. giebet mir zu Anfang des Feldzugs in Teutschland einExempel von einem besondern Gefechte, das, durch die weise Sorgfalt desGenerals, nicht allgemein werden konnte, weil er solches allerdings vermeiDen wolte.
Der Herr von Luxembourg hatte sich aufgemacht, den Posten vonSt. Jean- des- Choux bey Saverne einzunehmen, damit er dafcibst ein CorpsTruppen, so er aus Flandern bekam, an sich ziehen möchte. Nachdem aberDer Herzog von Lothringen denselben, vor der Conjunction mit diesem Corps,anzugreiffen willens war, so brach er zu dem Ende mit seiner Armee auf, undwolte gedachten Poften bey St. Jean- des- Choux, vor dem Herrn von Luxem-bourg, selbst einnehmen, in der Abficht, daß er auf ihn los gehen wolte, wenndessen Armee über einen kleinen Bach setzte, durch welchen sie allerdings gehenmuste, daferne fie in erwähntes Lager zu gelangen meynte. Nun stieß zwardes Herzogs von Lothringen Vortrab würcklich auf unfern Nachzug, als erDurch angeregten Bach gieng, und der Feind, der gedachter massen ein Haupt-Treffen veranlassen wolte, drang auf unsern Nachzug mit sehr groffer Herz-hafftigkeit zu; dieweil aber der Herr von Luxembourg in aller Eil Fuß-Volck an felbigen Bach stellete, so hielt dieses die feindliche Neuterey garleicht zurück, weil sie von ihrem Fuß- Volck keine Bedeckung hatte, also, daßDer Herzog von Lothringen seine Neuterey, wegen des dahin gestellten Fuß-Volcks, über solchen Bach nicht gehen lassen konnte. Daher denn dem
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Herzog