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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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166
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166 Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XVII.

Herzog von Luxembourg, welchem es bey diefer Gelegenheit nicht anständigwar, sich, durch ein besonderes Treffen, zu einem Haupt- Gefechte bewegen zulaffen, sein Vorhaben so wohl gelunge, daß er diesem Treffen gleich im Ansfang ein Ende machte.

Aus der Erzehlung des Treffens bey St. Jean- des- Choux will ich dieseAnmerckung ziehen, daß, weil die Armeen, so nabe bey einander marfchiren,in einem Augenblick einander in die Haare gerathen können, solche nicht dieallermindeste Sorgfalt verabsäumen müssen, ihren Marsch, den sie zu thun sichvorgenommen haben, sicher fort zu setzen, und allenfalls im Stande zu seyn,daß sie den Feind, der auf die Sicherheit seines Marsches nicht recht bedachtgewesen, da nöthig, mit Vortheil angreiffen könne.

Mr. de Luxembourg wolte nicht fechten, sondern seine Absicht war,daß er das Lager bey St. Jean- des- Choux vor dem Herzog von Lothringen,einbekommen wolte. Dieses gelung ihin vermittelst seines eiligen und wohl.eingerichteten Marsches. Er fahe wohl zuvor, daß sein Nachtrab von Neusterey, bey dem Übergang über den Bach, etwas auszustehen haben könnte,daferne der Herzog von Lothringen seines Orts, mit seiner gesammten Neu-terey, wie er es thun können, herzu geeilet ware: angesehen er entweder denNachzug von des Königs Armee völlig über den Hauffen werffen, oder einHaupt- Treffen veranlassen können, falls man solches hauffen vor dem Bachaushalten wollen. Allein Mr. de Luxembourg hatte, zu Vermeidung allesHand- Gemenges, zu beyden Seiten des Durchgangs des Bachs, Fuß- Volckangestellet, welches, durch sein Feuer, die feindliche Colonne Reuterey zurück hielt, als sie davor ankam, und unserm Nachtrab von Reuterey nach-gehen wolte.

Hingegen hatte der Herzog von Lothringen, der fechten wolte, fein besdencken sollen, daß er entweder den Nachtrab von des Königs Armee, eheder Vortrab den Bach betreten, würde angetroffen haben, oder daß er auf.den Nachtrab, zu der Zeit da ein Theil der Armee über den Bach gegangen,würde gestoffen seyn. Hätte er den Nachzug erreichen mögen, che der Bortrab durch den Bach gesezet, so war er versichert, daß es zu einem Haupt-Treffen kommen würde, und mithin sein Fuß- Volck so eilig fortrücken, undder Reuterey so nahe seyn müssen, daß es behende hätte in Schlacht- Ordnunggestellet werden können; vermochte er aber an des Königs Armee, zu der Zeitda ein Theil davon über den Bach gefeßet, keines weges zu kommen, so hättedieser Fürst urtheilen sollen, daß es ihm unmöglich wäre, seine Absicht zu erreichen, und ein Haupt- Treffen, durch ein besonderes Gefechte, zu veranlassen, wo-ferne er nicht ein so wichtiges Corps Fuß- Bolck bey sich hätte, daß er die In-fanterie von des Königs Armee, die er, allem Vermuthen nach, an dem Bachhingestellet antreffen würde, von dar hinweg jagen könnte.

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