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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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167
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Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XVII. 167

In eben dem Jahr 1676. konnte Mr. de Luxembourg Den Herzog vonLothringen ebenfalls nicht bewegen, aus seinen Shilippsburger Linien herauszu gehen: von fornen konnten selbige gar nicht angegriffen werden. Alls aber derMr. de Luxembourg sich denselbigen nåberte, fand er vor der feindlichen Armee ein Corps von zwey tausend Pferden, welches man vermuthlich darumhinaus rücken lassen, damit man von des Königs Armee Nachricht bekom-men möchte. Nun glaubte er zwar, daß, wenn er dieses Reuter- Corps bis ander Feinde Lager hefftig verfolgen ließ, er selbige dadurch bewegen könnte, her-aus zu gehen und gemeldetes Corps anzunehmen, und also zu einem HauptGefecht gelangen würde; allein der Herzog von Lothringen, der nur Philippsburg erobern wolte, ließ die Truppen, so in dem Lager geblieben, keine Be-wegung machen, sondern lieber seine zwey tausend Pferde schlagen, die sichohne dem hierbey allzu verwegen in Gefahr begeben hatten, indem sie die Spi-gen von den Colonnen der Armee allzu nahe erwarten wollen.

Meine Anmercfung über dieses Gefecht ist, daß ein Corps, welches nichtsehr st irck, ob es schon die Armee, davon es abgeschicket, bey der Hand zu haben glaubet, niemahls hartnäckig darauf bestehen, und bey dem Feind, der inebenem Felde ist, und mit seiner ganzen Armee marschiret, gar zu nahe bleisben soll, woferne diefes Corps nicht einen tüchtigen engen Ort vor sich hat,weil ausser dem diese Vermessenheit weiter nichts schaffet, als daß es ge=fchlagen wird.

In dem Jahr 1677. wäre des Königs Armee, welche der Marschall deCrequi commandirte, um ein Haar mit des Kaysers feiner, unter dem Com-mindo des Herzogs von Lothringen, in ein Treffen gerathen. Die KayserlicheArmee war des Königs seiner sehr nahe gerücket, deren grosse Neuter- Wachtauf dem so genannten Kochersberg stund. Der Teutsche General, welcher dieNeuter Wachten von der feindlichen Armee aussette, wolte seine ebenfallsauf diesen Berg stellen. Als er nun die von des Königs Armee da ansichtigward, wolte er selbige angreiffen; allein diese Wacht wiche klüglich zurück,und benachrichtigte das Lager, davon denn also fort einige Piquets zu Pferdestiegen, und die Wacht vertheidigen wolten. Die Kayserlichen wurden ihresOrts auch verstärcket, und endlich rückten die Corps von beyden Seiten an,so, daß innerhalb zwey Stunden viele Angriffe unter der Neuterey vorgiengen,und würden die beyden Armeen, so schon zum Gewehr gegriffen, auf diesemBerge, der sie doch neben einander nicht faffen konnte, unfehlbar an einandergerathen seyn, daferne die Nacht die fechtenden Partheyen nicht eben zu derZeit von einander getrennet, als die beyden Abhänge des Bergs schon mit Fuß-Volck besetzet wurden.

Dieses Exempel ist von den andern besondern Treffen, davon ich geredet

habe,