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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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171
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Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XVIII. 171

tungen gegeben habe, fest setzen möge, wenn ich gefaget, daß der glücklicheErfolg nicht blos auf des Feindes Nachläßigkeit in seiner Berwachung, nochauch auf der Richtigkeit der Anstalten, die man zu Vollziehung seines Vorhabens gemacht, lediglich beruhe, sondern es komme weit mehr darauf an,daß man in grosser Geheim marschire, und seine Truppen dahin bringe, wienicht weniger sich schleunig wiederum davon mache, wenn man den Ort, welchen man überfallen, nicht erhalten kan.

Das vierte Exempel, welches ich, dieser Materie halber, anführen werde,ist eine Begebenheit, die zwar nicht gelungen, deren Erzehlung aber dennochzu einer nicht geringen Verwunderung Anlaß geben wird. Es ist solches derÜberfall der Stadt Cremona, welcher zu Anfang des 1703ten Jahrs erfolget ist.

Diese Stadt war der Waffen- Plaß unsers Kriegs in der Lombardey,dahin der Marschall de Villeroi sein Haupt- Quartier, den Winter hindurch,verleget hatte. Er hielt da einen groffen Hauffen zu Fuß und zu Pferd, welcher noch über dies von einem wichtigen Corps bedecket ward. Dieses com-mandirte der Marquis de Crequi, dessen Quartiere zwischen dem Oglio undPo waren: über diesen lestern hatten wir eine Brücke haussen vor Cremona,deren Ende nach dem Modenesischen und Parmesanischen zu mit einem Werckbedecket, und von der Befagung zu Cremona bewachet war, damit solche gesgen ein Corps von der Kayserlichen Armee, welches in dem Modenesischenüberwinterte, verwahret seyn möchte. Der Print Eugenius aber, nebst demÜberrest von der Kayserlichen Armee, hatte die Quartiere, zwischen dem Oglio,der Adda und dem Mincio, innen.

Bey dieser allgemeinen Einrichtung kam dieser Prinz auf das Vorhasben, daß er Cremona, durch Uberfall, wegnehmen wolte. Gleichwie er nuninwendig in der Festung heimliche Verständnisse hatte, so erfuhr er von diessen, daß, ob schon der General, und viele andere Generals. Personen, gegen-wärtig, zu dem auch eine starcke Besagung darinnen läge, die Dienste desswegen nicht ordentlicher versehen, noch die Wachten richtiger bestellet würden, sondern daß man diese mit einer gänglichen Nachläßigkeit, so wohl voninnen als von aussen, zu verrichten sich gefallen liesse. Sonst hatte der Gesneral Lieutenant, Graf von Revel, das besondere Commando, so viel dieFranzösischen Truppen anbelangte, in der Festung, ausser dem aber war auchein Spanischer Gouverneur da.

Man liek also die Nacht hindurch niemand auffer der Festung, inwendigthat man keine Runden auf den Wällen, und ließ weder Neuter noch FußsKnechte auf den Gaffen patroulliren, sondern man begnügte sich, WachtsHäuser an den Thoren und auf dem Marckt und andern Plazen zu haben,

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