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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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174 Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XVIII.

in Bewegung waren, so folre man wenigstens Partheyen zu Pferd gegenUftiano ausschicken, weil da die einzige Brücke war, welche die Feinde überDen Oglio hatten, damit man Nachricht haben können, ob der Prinz Euge-nius über diesen Fluß gienge.

Da aber diese kleine und gemeine Sorgfalt hintan gesetzet ward, so fandsich gemeldter Printz vor den beyden Thoren zu Cremona ein, mit einemCorps von sieben tausend Mann ungefähr, ohne daß man die mindeste Nachricht davon hatte. Jimittelst versicherten sich die Leute, so durch die Wasfer- Leitung, oder als verstellte Bauren, hinein gekommen, ohne einigen Lår-men, des Wacht- Hauses, welches bey dem Thor war, so man gebrauchte,machten solches auf, und lieffen eine Colonne zu Pferd und zu Fuß hinein,welche ſo fort auf den Marckt rückte, wo eine Wacht von Fuß- Volck undeine von Reuterey war, die sich in den Diensten eben so nachläßig erwiesen,als die bey dem überfallenen Thor, und mithin gleicher massen in der Stillegefangen genommen wurden.

Die andere Colonne der feindlichen Truppen, die man vor das Thor,so zugemauret gewesen, geführet hatte, ward, durch einen Theil derer bey demPriester verborgenen Leute, hinein gelassen, massen diese sich des kleinen Wacht-Hauses, so über selbigem Thor war, versichert, und darauf das zugemauerte,mit ihrem Maurer- Werckzeug, davon dergestalt weggeräumet hatte, daß siedie Materialien auf die Seite geschafft, und dem Fuß- Volck, so zu diesemThor hinein gehen solte, einen bequemen Durchgang eröffnet hatten. Diesses Fuß- Volck solte, nach seiner Hineinkunfft in die Festung, vermöge derOrdre, so zu Bollführung des Uberfalls ertheilet worden, längst den Wälslen auf der lincken Hand wegmarschiren, und sich des Thors bey dem Poundder daselbst stehenden Wacht versichern, nach diesem aber solches aufmachen,und ein ander Corps Truppen, welches am Ende der Po Brücke, nach demModenesischen zu, war, in die Festung hinein laffen, jedennoch aber, nach derzu dem Überfall gegebenen Ordre, die Wacht, so in dem Werck war, dasdie Brücke bedeckte, nicht ehe als auf ein gewisses Zeichen, das in dem Po-Thor, nachdem man solches eingenommen, zu geben wäre, angegriffen werDen solte.

Aus demjenigen, was ich alleweile vorgebracht habe, ersiehet man nun,daß ein feindliches Corps mitten in einer Festung stehet, sich zweyer Thore besmeistert, und seine Reuterey, auf dem Marckt und andern Pläßen der Stadt,in Schlacht- Ordnung gestellet hat, auch allenthalben frey herum spazieret,ohne daß ein einiger Mann erwachet wäre und Lärmen gemachet hatte. Indessen hat ein Zufall, den der Pring Eugenius nicht zuvor sehen können, versursachet, daß ein so wohl angelegter Anschlag, und der schon so glücklich forts

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