Historische und Militarische Nachrichten. Cap.XVIII. 175geführet worden, daß man ihn für vollzogen achten sollen, dennoch mißlun-gen sey.
Der Marquis de Crenan, General- Director von dem Fuß- Volck, warmit dem Marschall de Villeroi von Meyland angekommen, und wolte am fel-bigen Morgen einen Theil von dem Fuß- Volck besehen. Zu dem Ende hatteer anbefohlen, daß die Bataillons, welche sich um das Po- Thor herum bequartiert befanden, ein wenig vor Tage im Gewehr seyn solten, damit erfelbige zu befehen, mit anbrechendem Tage, den Anfang machen könnte. Wennaber die Nächte lang sind, so ist es ein leichtes, daß man sich in der Stundedes anbrechenden Tages irren kan. Solchemnach befanden sich diese Batail-lons, bey dem Po.Thor, ehe im Gewehr, als es ihnen befohlen war. Alsnun die feindlichen Truppen, welche långst dem Wall herkamen, und sich desPo- Thors versichern wolten, diese Bataillons im Gewehr antraffen, meyntensie, der Überfall wäre entdecket, und gaben daher Feuer auf dieselben. Indem aber solche Truppen auf diese Maasse angegriffen wurden, ohne zu wissen von wem, so schossen sie ihres Orts ebenfalls los, erkannten darauf untereinander, daß sie Feinde wären, und dieses Feuer gab Anlaß zu einem Gesfechte, welches jedermann aus dem Schlaf brachte.
Solcher gestalt begunnten die Bataillons, welche Mr. de Crenan, nadhdiesen ersten, besehen solte, und von solchen hier sehr weit im Quartier lagen,sich in ihren Casernen zu regen, und machten sich gar bald fertig. Auch stundeinige Reuterey, welche der Marschall de Villeroi den Abend zuvor commandiren lassen nach Placenz zu gehen, nicht weniger bereit, daß sie so gleichsich zu Pferd setzen konnte. Alle diese Truppen rückten demnach auf die Feinde los, welche nicht allein auf den Pläßen in Schlacht- Ordnung stunden,fondern auch alle Zugänge befezet hatten, und nicht glaubten, daß ihnen etwaswiederstehen könnte, zumahl da sie den Marschall de Villeroi, welcher beydem ersten Lärm zu Pferd gestiegen, den Ober- Aufseher über die Armee, undviele andere Officiers, so vermuthlich von ihren Wirthen ausgeliefert worDen, gefangen genommen hatten. Inzwischen war Mr. de Crenan aus seinem Hause gegangen, und hatte sich zu gutem Glück an die Spize einigenFuß Volcks gestellet, mit welchem er nach dem kleinen Marckt zu marschirte, und die Feinde davon abtrieb, welche darauf sich zu ihrem grösten Hauffen, der auf dem grossen Marckt stund, zurück zogen, wodurch er des KönigsTruppen, so in den weit entlegenen Quartieren lagen, Mittel an die Handgab, daß sie zusammen stoffen konnten.
Solcher gestalt fochte man in der ganzen Stadt, welches die Truppenund die Officiers blos aus gutem Willen thaten: denn der Marschall de Vil-leroi war icht gedachter massen gefangen, Mr. de Crenan, bey seinen gethanen
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