176 Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XVIII.Angriffen, auf den Tod verwundet worden. Auch waren zwey Obristenvon den Regimentern, die sich bey dem Po- Thor im Gewehr befunden hat-ten, todt geblieben. Nichts desto weniger war der Tod zweyer feindlichenOfficiers Ursach, daß der Print Eugenius einige Stunden hernach gezwun-gen ward, von seinem Vorhaben abzustehen und sich wiederum aus der Stadtzu machen, nachdem er bereits viele Stunden geglaubet, daß er sich derselbenbemeistert hätte. Der General der Feinde, welcher die Colonne führte, diezu dem Po- Thor hinein gedrungen, und die Truppen, so aus dem Modenesischen ankamen, das Werck, welches die Brücke bedeckte, anzugreiffen erinnern solte, hatte diese Ordre ganz allein, und die Raqueten, welche das Zeichen dazu abgeben folten, bey sich. Dieweil aber dieser Officier, von demFeuer der Bataillons, welche sich, bey dem Po- Thor, ungefähr im Gewehrbefunden hatten, Knall und Fall todt geblieben, hat er das Geheimniß, soihm allein anvertrauet, keinem andern Officier eröffnen können; daher alsoDas Zeichen nicht gegeben, noch die Brücke, zu der Zeit da es geschehen sol-len, angegriffen ward, damit das Corps aus dem Modenesischen über den Pogehen mögen, in dem Fall da es nicht zum Po- Thor wäre hinein zu bringengewesen, als welches die Feinde niemahls einbekommen mochten, und wenigstens,zu einem von den beyden Thoren, so dieselben innen hatten, in Cremona hineingelangen können, wenn sie von auffen um die Stadt herum marschiret wären.
Und da hiernächst dem andern General, welcher die Truppen, so dasWerck, welches die Brücke bedeckte, angreiffen solten, commandirte, undebenfalls allein um das Geheimniß des Vorhabens wuste, durch einen StückSchuß aus gedachtem Werck, ein Bein verlohren gegangen, so war er nichtmehr im Stande, einige Ordre zu ertheilen, darüber man denn Zeit bekam,die Brücke einzureissen. Über dies war der Print Eugenius in der Stadt,durch den Verlust, welchen er bey diesem langen Gefechte erlitten, sehr ge-schwächet worden, und muste daher vernünfftiger weise fürchten, daß, wennDer Marquis de Crequi von dem, was in Cremona vorgieng, Nachricht bekame, er auf der Stelle mit allen seinen Truppen dahin rückte, und ihn, durchdiese Bewegung, hinderte, wiederum aus dem Ort zu gelangen und sich zurückzu ziehen. Daher ward dieser Pring, wegen solcher wohlgegründeten Furcht,schlüßig, auf seinen Abzug zu gedencken, so lange als es ihm noch Zeit dazuzu seyn schiene. Er ließ also seine Truppen mitten aus der Stadt, gegen diebeyden Thore, die er noch innen hatte, ziehen, wiewohl solches nicht anders,als fast mit gänzlichem Verlust seines mitgebrachten Fuß- Volcks und vielerNeuterey, geschehen mochte. Nichts desto weniger führte er den Marschallde Villeroi, Den Intendanten von der Armee, und viele andere Officiers, sozu Anfang des Uberfalls gefangen worden, glücklich mit sich hinweg.
Durch