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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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178
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178 Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XIX.

forget gewesen sind. Und dieses aus den Ursachen: Diese Posten, so auf dieseMaasse nur an ihrem Vordertheil befestiget, stunden in Gefahr überrumpeltzu werden, so bald der Frost nur so hart seyn würde, daß das Eiß die LastDer darüber gehenden Truppen tragen konnte. Da nun also die letzten PostenDieser Damme nach Holland zu, über dem unter Wasser gesetzten Lande, soleicht angefallen wurden, als die von fornen, so ist gewiß, daß der Marschallde Luxembourg, woferne ein Frost gedauret hätte, sich dadurch, inwendig inHolland, aller groffen Städte bemeistert hatte. Ja es brauchte es nicht ein-mahl hierzu, daß der Frost längere Zeit daurete, als nöthig war die Truppenbis an das Land kommen zu lassen, welches nicht unter Wasser gesezet, undvon dem Ort, wo ihm das Thau- Wetter über den Hals kam, gar nicht weitentfernet war.

Solchemnach mache ich den Schluß, daß, bey einer Beschaffenheit desLandes, die derjenigen, davon ich alleweile geredet habe, gleich ist, die Posten,welche man auf den Dammen befestigen will, auf beyden Seiten gleich mitWercken müssen versehen werden, weil es für sie nicht genug ist, daß sie gutsind, so lange es nicht gefrieret, sondern sie müssen auch im Stande seyn, daßsie nicht minder zur Frost- Zeit eine ziemlich lange Weile wiederstehen können,so daß man vernünfftiger weise deren Ende hoffen darff, che sie mit Gewalteingenommen werden.

Wieder diese meine Meynung kan man nur die einzige Ursache einwensden und sagen, daß ein so befestigter Posten von einem Feind nicht mag beshalten werden, wenn er bey unvermuthetem Thau Wetter genöthiget wird sichzurück zu ziehen, ehe er Zeit gehabt, diese Poften auf der Seite, da sie offen geblieben, zu verschanzen, wie es dasjenige, so bey der Gelegenheit, davon ichrede, erfolget ist, zur Gnüge darthut. Allein diese Ursache kan nur gut seynin Ansehung eines Feindes, der keine andere Absicht hat, als nur einen Streiffzu thun; wieder einen Feind aber, der seine Gedancken darauf richten kan,wie er ein Land anfallen und sich darinnen erhalten wolle, mag dieser Grundkeine statt finden; denn hätte nur, bey dieser Gelegenheit, der Frost etwasangehalten, so würde sich der Marschall de Luxembourg des Haags, derStadt Leyden und anderer groffen Derter in Holland gewiß genug bemeistert,und sich darinnen erhalten haben, wenn er nur alle Truppen, so in den Pro-vingen Ober Yssel und Utrecht waren, hätte anrücken laffen.

In dem Jahr 1688. ward ich, nach der Eroberung Philippsburg, mit einem Corps Truppen nach Hailbron geschickt, damit ich an dem Neckar commandiren, und in Francken und Schwaben, zwischen dem Mayn, der Rednihund der Donau, ontributiones anlegen solte. Nun waren zwar die meissten Truppen dieser beyden Creysse in Ungarn, wo sie dem Kayser dieneten,

Doch