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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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179
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Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XIX. 179

doch waren ihrer noch genug im Lande, daß sie die Partheyen abhalten konnten weit in das Land hinein zu dringen; nichts desto weniger marschirte ichmit acht hundert Mann zu Fuß und neun hundert Pferden bis an eine kleineStadt in dem Anspachischen mit Nahmen Kreylsheim. Daselbst fand ich zweyBataillons Francfische Creyß- Truppen; würde aber diesen Posten mit Gewaltnicht haben erobern können, weil er mit Mauern umgeben und mit einemziemlich guten Schloß versehen war, daferne der Obriste, so dieses Fuß- Volckcommandirte, nicht wäre so einfältig gewesen und zu mir gekommen, auffer-halb seines Orts mit mir zu sprechen, ohne daß er sich zuvor mein Wort geben lassen, daß ich ihm seinen Rückweg dahin gestatten wolte. Ich behieltihn also bey mir und zwang ihn, daß er seiner Besatzung befehlen muste, sichzu Kriegs- Gefangenen zu ergeben, welches er denn auch bewerckstelligte.

Dieses Exempel von dem Überfall eines Posten wird hier nur um desswillen angeführet, damit ich zu erkennen gebe, daß, wenn es erfordert wirdsich eines Posten zu bemeistern, man alle Mittel darzu gebrauchen soll, wosferne sie denjenigen, so sie gebrauchet, nur nicht verunehren, wie es würde, beydieser Gelegenheit geschehen seyn, wenn dieser Obriste mein Wort von mir begeh-ret, und ich ihm solches nicht gehalten hätte.

Auch dienet diese Uberrumpelung der Stadt Kreylsheim zu zeigen, wiesehr leicht ein Land in Schrecken geråth, wenn es glaubet, es wäre durch dieseund jene Posten bedecket, und gleichwohl, durch die Wachsam- und Geschickslichkeit des Generals, dem anbefohlen in das feindliche Land zu dringen, demfelben weggenommen werden.

Als hiernächst Mr. de Montclar, in dem Monath Januar. 1689. DieQuartiere, welche er in dem Herzogthum Würtemberg eingenommen, mitallzu grosser Ubercilung verlassen hatte, so blieb ich da und commandirte inPforzheim an der Enz. Da fand ich mich nun, durch die Quartiere, sodie Feinde in dem Würtembergischen nahmen, und vornehmlich, durch diePosten, welche sie in den Städten Neuburg und Enzwahingen an der Enzyüber und unter Pforzheim, bestellten, ziemlich enge eingeschlossen; allein ichüberfiel diese zwey Posten, nahm solche hinweg und zerstöhrte sie dergestalt,daß die Feinde sich fernerhin nicht mehr zu mir nähern durfften. Solchemnach ward mein Quartier zu Pforzheim so frey, daß ich das HerzogthumtWürtemberg zwang die Contribution ferner zu bezahlen, als deren es sich,wegen des Schutzes der Käyserlichen Truppen, entziehen wolte, ob gleich ihrPosten wohl gelegen, und die Besatzung in Pforzheim ziemlich schwach war.Wie aber die Wegnehmung dieser beyden Posten auf eine besondere, ja zumUnterricht diensame, Art vollzogen worden, so will ich dieselbe hier erzehlen.Neuburg lieget drey Meilen von Pforzheim, drinnen in einem Thal an

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