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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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182
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182 Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XIX.

te ich die nachst- kommende Nacht auf Enzwahingen zu. Meine Reutereyschickte ich auf die andere Seite der Enz, um zu verhindern, daß die feind-liche, mittlerzeit da ich, mit meinem Fuß- Volck, die beyden Thore angriffe,nicht durch den Fluß setzte und davon kame; mit sechs hundert Mann zu Fußaber, die ich in zwey Hauffen getheilet hatte, machte ich mich auf, die beydenThore anzugreiffen, deren eins nach Pforzheim, und das andere nach Hailbron zugieng.

Diese beyde Thore waren ohne Zug- Brücken, und, ihrer Erbauung nach,nicht so gut als die zu Neuburg; gleichwohl waren dieselben mit einer verpaslisadirten Brust- Wehr mit ausspringenden Winckeln bedecket, darinnen ungefähr funffzehen Mann seyn konnten, welche sich iedoch die Nacht über indie Stadt begaben, massen gedachte Brustwehr die Wache am Thor nurden Tag hindurch beschirmete. Da nun also, wie gedacht, nur hundert undfunfzig Mann zu Fuß darinnen waren, so konnte ich wohl erachten, daß dieWachten an den Thoren schwach seyn würden, und man daher auf diesezwey Thore mit Nachdruck losgehen müste. Ich ließ also einigen ausgessonderten Leuten Alexte geben, welche darauf, unter der Bedeckung des Feuersvon dem Fuß- Volck, die Stacketen und Thore gar bald eingehauen hatten,so, daß die Truppen, ob es gleich Nacht war, in guter Ordnung hinein kamen; allein die gesammte Besatzung ward, obgedachter Repreffalien halber,ebenfalls niedergebauen, über sechs hundert Pferde aber genommen und weg-geführet, und die Stadt geplündert und verbrannt.

Die Ursache, so mich zu einer so umständlichen Beschreibung veranlasset, ist, daß ich zu erkennen geben möchte, daß, weil es gleichsam unmöglichist, daß zwey Posten, die ein Feind innen hat, in ihrer Lage, in der Befchaffenheit und Starcke der Besatzung, und in deren Sorgfalt für ihre Sicherheit, einander völlig gleich seyen, die Klugheit erfordere, sich bey deren Angriff oder Aufhebung auf verschiedene Art zu verhalten, wie solches die Erempel, welche ich, wegen der Materie dieses Capitels, anführe, offenbar erweisfen werden, angesehen in der Vollziehung dieser beyden Anschläge eine ganzunterschiedene Aufführung befindlich ist.

Zu Ende des Jahrs 1690. hatte der Herzog von Savoyen in das SchloßOrbaffan, eine Meile von Turin, eine Compagnie von seinem Regiment derGardes geleget, daß solche seine Spazierfahrt auf dem Cours ben gedachterStadt, und seinem Luft- Haus Valentino bedecken solte, Ob nun wohl diese Compagnie im Gesicht der Stadt Turin lag, und von der Reuterey, so ingemeldter Stadt und in Montcallier zur Besatzung war, ihre Bedeckung zugewarten hatte, so ward sie dennoch, bey Nacht, von mir überrumpelt undaufgehoben. Die Anstalt aber, die ich machte, diesen Posten sicher wegzu-nehmen,