Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XIX. 181
solte. Ob er nun wohl seine Schild- Wacht Feuer geben, und durch seinenTrommelschläger Larmen schlagen ließ, so war doch solches viel zu spåt: ansgesehen das Thor felbigen Augenblick aufgesprenget ward, und ich stund mitmeinem ganzen Detachement, auf dem Marckt, in Schlacht- Ordnung, eheiemand von der Besatzung im Stande war einige Gegenwehr zu leisten. Dochward diese allesammt niedergemacht, und dieses Repressalien zu gebrauchen,weil die Kayserlichen einen Lieutenant und dreyßig Reuter von dem Regimentde Villeroi, nachdem sie dieselben viele Stunden zuvor gefangen und ihnenQuartier gegeben, unbillig niedergehauen hatten. Man fand in dieser Stadtdrey hundert Pferde, welche unter die Reuter und Dragoner der Besagungin Pforzheim ausgetheilet wurden. Nach diesem ließ ich, bey meinem Ab-zug, die Stadt abbrennen, damit sich die Feinde nicht wieder dahin legenmöchten.
Das Erempel von der Aufheb und Verwüstung dieses Posten ist hier,mit den alleweile erzehlten Umständen, angeführet worden, damit ich zeige,daß es einem Officier, der auf einem Posten von dieser Art commandiret,nicht genug sey, daß er glaubet, er wäre in hinlänglicher Sicherheit, wenn eralle vernünfftige Vorsichten gebrauche, sich gegen iede Uberfälle an dem Vorsdertheil seines Posten, nach seinen Feinden zu, gebührend zu verwahren, son-dern er muß auch für die Seite, welche ihm am wenigsten in Gefahr zu seynscheinet, eben die Sorgen tragen, und insonderheit des Nachts niemahls ge-statten, daß man sich zu ihm nähere, damit man nicht etwa an ein Thor,welches unbedeckt, und inwendig weder mit einem Fall- Gatter noch einer andern Beschirmung versehen ist, eine Petarde anlege. Denn wenn der allzusviel trauende Officier, so die Wache hatte, sich mit mir in keine Unterre-dung eingelassen, und nicht gedultet hätte, daß ich mich, mit meinen Leuten,so die Petarde anhiengen, unter dem Fürwand mich gegen den Schnee zuverwahren, nicht ganz an das Thor machen dürffen, so würde ich die Petarde nicht haben anhangen lassen, noch diesen ganzen Posten wegnehmenkönnen, daferne ich nicht hätte entdecket seyn und eine wichtige Anzahl Leuteverlieren wollen, dahingegen ihrer nur zwey dabey getödtet wurden.
Was den Posten zu Enzwahingen an der Enz, welches eine kleineStadt, so in einem gebüschigen Land unter Pforzheim lieget, anbelanget, sobestund dessen Besagung aus fünffhundert Pferden und hundert und funffzig Mann zu Fuß; und diese Besatzung hatte, wie die zu Neuburg, am Tageeinen Posten auf einer Höhe, nahe ben Pforzheim, um auf alles, was etwavon dar heraus kommen möchte, genau achtung zu geben. Nachdem nunalles, was ich von Reutern und Dragonern unberitten hatte, mit den in Neu-burg genommenen Pferden von mir wiederum versehen worden, so marschir
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