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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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184
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184 Historische und Militarische Nachrichten. Cap.XIX.

Hauffen, die aus Turin und Montcallier kommen und stärcker, als meinCorps, feyn konnten, in hinlängliche Sicherheit setzen wolte.

In eben dem Winter hub ich in Lucerne ein Bataillon von dem Regisment de Loches, eines Französischen Flüchtlings, auf, welches der Herzog vonSavoyen dahin geschicket die Waldenser zu bedecken, weil sich dieselben indem innern Thal von Lucerne erhalten wolten. Doch ward die Aufhebungdieses Posten auf so eine Art bewerckstelliget, welche von den bereits ange-führten ganz unterschieden war, weil es um dessen Lage eine andere Bewand-niß hatte,

Die Stadt Lucerne war zu Anfang des vorigen Feldzugs in die Aschegeleget, und deren Mauren aus dem Grunde zerstöhret worden. Der Schuttmachte also eine Art der Verschanzung um diesen verwüsteten Ort herum.Dieses Bataillon glaubte daher, daß es sich zu einer so strengen Jahrs- Zeit,wie solche in dem Monath Jenner in den Alpen ist, hinter diesen Steinhauffen schon erhalten könnte, woferne es nur seiner Wachten halber alle mögliche Sorgfalt gebrauchte, und, der grossen Kålte ungeachtet, alle Nächte, indem Gewehr stünde, und beständige Runden herum gehen und diese fleißig zushören ließ, ob sie etwa hauffen vor Pignerol einiges Geräusch von Truppenhöreten. Nachdem ich nun von aller Sorgfalt dieses Bataillons benachrichtiget war, so nahm ich, solches aufzuheben, einen grossen Umweg, und befandmich, um ein Uhr nach Mitternacht, zwischen dem Fuß des Berges und Lu-cerne. Daselbst wartete ich in groffer Stille so lange, bis die Wachsam-keit der Runden ein wenig nachließ, und wie mir dieses gegen zwey Uhr sovorkam, so rückte ich auf sechs Orten auf diese elende Verschangung los, daman denn so fort hinein drang, und das Bataillon niedergemacht ward. Andiefes Lucerne konnte man an drey Orten fast gar nicht kommen, wenigstensgelangte man nur auf Fußsteigen, da nur zwey neben einander gehen konn-ten, dahin, und auf solchen Fußsteigen gab es noch darzu Verschanzungen,Die bewachet waren. Wenn man also dieses Bataillon aufheben und ruiniren wolte, so muste man seine Sachen so anstellen, daß es nicht auf denBerg, dessen Fuß nur hundert Schritte von der Stadt war, seine Zufluchtnehmen könnte. Wie ich nun die Gelegenheit dieses Posten wohl kannte,auch wuste, welcher gestalt derselbige bewachet ware, so machte ich die Einsrichtung meines Marsches und Angriffs auf so eine Art, daß solcher zwischendem Berge und der Stadt erfolgte, ob gleich der Feind nicht glauben können,daß er von selbiger Seite her angegriffen werden möchte. Selbiger Uberfallwar gleichsam wie ein Haupt- Sturm, den man that, ohne daß sich der Feindgefaßt machen können solchen anzunehmen, auch war die Nacht zu dem Anmarsch der Truppen, und zu der Bewerckstelligung dieses Vorhabens sehrbequem.

Bis