Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XXI.
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Brod bekommen möchte, und verfolglich hätte selbiger des Königs Armee,mitten in Teutschland, und in der Nachbarschafft der Kayserlichen Erblan-der, nicht lassen dürffen, ohne auf dieselbe in der Nähe achtung zu geben, jaes wäre ihm schlechter dings unmöglich gewesen an den Nieder- Rhein zumarschiren, vor dem Marschall de Turenne daselbst angulangen, und zu denHolländern und Spaniern zu stoffen. Auch kan man sagen, daß der Marfchall de Turenne, bey dieser Gelegenheit, sich auf den Tractat, den er mitdem Bischoff von Würzburg gemacht hatte, allzu sehr verlassen, gestalt diesser, solchem Tractat und seinem gegebenen Wort zuwieder, ein Corps Reusterey von der Kayserlichen Armee durch die Stadt gelassen hatte, so daß diesses die Convoy bey dem Herausfahren aus der Stadt hinweg nahm. WennDer Marschall de Turenne, dem überaus viel daran gelegen war, daß er seinBrod aus Würzburg bekäme, weil er sonst kein Mehl näher hatte, als dasin Philippsburg, einem Teutschen Fürsten nicht zu viel getrauet hätte, zu einersolchen Zeit, da der General Montecuculi nachdrücklich bey demselben anhalten konnte, daß er sein Wort brechen möchte, bevorab da er, mit der Armeedes Kaysers, ebenfalls nahe bey Würzburg stund, und hiernächst der Marsschall de Turenne ein wichtiges Corps vor den Thoren gedachter Stadt hal-ten und feine Zufuhr von selbigem annehmen lassen, so ist es gar wahrschein-lich, daß der Feind deren Aufhebung nicht würde versuchet haben, weil er esnicht anders thun können, als daß er, vor einem in Schlacht- Ordnung steshenden Corps, in schmalen Gliedern hätte heraus kommen müssen.
Man siehet demnach aus dem Exempel dieses Fehlers, den der allergröfteCapitain, welchen Franckreich iemahls gehabt, begangen hat, wie viel einemGeneral daran gelegen sey, daß er für die Sicherheit seiner Proviant- Fuhrenalle mögliche Sorge trage.
Wegen der beyden Convoyen, welche anno 1708. unsere Feinde in denStand gesezet haben, die Festung Ryssel zu belagern, und auch diesen wichtigen Ort wegzunehmen, will ich mich hier nicht weitläufftig aufhalten. Ichkan nicht begreiffen, daß die Convoy, so aus Brüssel abgieng, würcklichdurchkommen mögen, daferne man nicht, aus Berachtung der Sachen, diefie aufhatte, dieselbige mit wohlbedachtem Willen frey durchgehen zu lassenbeschloffen gehabt hätte: gestalt man sich nicht einmahl angestellet hat, alswenn man solche auf ihrem Marsch zu stöhren gemeynet wäre, unerachtet dieser eine Reihe wenigstens von fünff Französischen Meilen ausmachen solte.Die andere Convoy ist diejenige, welche die Feinde, zu eben der Belagerungvon Ryssel, aus Oftende bekamen, welche mir noch viel erstaunlicher vor-kommt; jedoch will ich die Ursachen davon hier nicht wiederholen, weil ich schonanderwärts davon geredet habe. Was mich anbelanget, so glaube ich, daßAa 3
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