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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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217
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Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XXX. 217wuste, daß der Prinz von Oranien den Marschall de Luxembourg weder an-greiffen, noch auch die Belagerung stöhren konnte.

Und als der König in dem Jahr 1692. Namur belagerte, wolte der Printvon Oranien ebenfalls diese Festung entfeßen; allein auch damahls ward ihmMr. de Luxembourg mit einer Obfervations- Armee entgegen gestellet. Undobwohl dieser General viel schwächer an Fuß- Volck war, so wuste er dennochfeine Bewegungen, den Feind zu hindern in die Mehaigne zu gehen, dermassengeschickt zu führen, daß er solchen zwang von dem vorhabenden Entsah derFestung abzustehen.

Als des Königs Armee in dem Jahr 1708. der von den Feinden belagersten Festung Ryssel zum Entsag anmarschirte, hat der Print Eugenius vorder Festung nur so viel Fuß- Volck, als nöthig, gelassen, und sich auf den Höhen bey Seclin, zwischen diesem Flecken und seinen Linien, einen vortheilhafften Posten ausgesuchet. Daher man es denn nicht für thulich hielt, ihn ineinem solchen Posten anzugreiffen, weil er seine rechte und lincke verwahrethatte, und man ihn nur von fornen anfallen konnte, woselbst er aber wohl versschanzet war.

Diese drey Exempel von einerley Materie sind jedoch, in der Maniereine Belagerung, durch eine Armee, ausser den Linien zu bedecken, von einansDer ganz unterschieden.

Wie Mr. de Luxembourg die Belagerung Mons bedecken wollen, ister dem Feind, so sehr als möglich gewesen, entgegen gegangen, hat sich dem-selben in freyem Felde wiedersehet, und ist stets im Stande gewesen von fornen anzugreiffen, iedennoch aber mit Vortheil: massen er sich allezeit an solcheOerter postiret, dadurch er die Freyheit bekommen, seinen Feind auf der Seiteanzupacken, falls es dieser hatte wagen dürffen ihm solche blos zu geben, wenner sich der Belagerung nähern wollen; dahingegen seine Fronte dermassenvortheilhafft war, daß er keines weges in Furchten stund, daß der Prinz vonOranien an ihn kommen dürfte. Durch dieses aufmercksame und geschickteVerhalten verschaffte er also dem Könige Zeit, daß er die Belagerung geruhiglich vollenden und Mons einnehmen konnte.

Hingegen hat der Marschall de Luxembourg, als er die Belagerungvor Namur bedecken wolte, sich dabey ganz anders aufgeführet, als er beyder Belagerung Mons gethan hatte, indem die Lage dieses Orts von unterschiedener Beschaffenheit war. Er durffte die Armee des Prinzen von Oranien nicht lassen in die Mehaigne gehen, denn wenn sie dahinein gekommenware, hätte sie sich mit ihrem rechten Flügel bis an die Sambre ausbreitenkönnen, und in diesem Fall waren die Besorgnisse wegen des Entsatzes verdoppelt worden, nehmlich auf der Seite des Schlosses, welches zwischen derZweyter Theil.

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