218 Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XXX.
Sambre und der Maas ist, und denn auch auf der Seite der Stadt, so zwisschen der Sambre und der Nieder- Maas lieget. Gleichwohl hatte der Feindvieles Geschütz und war weit stärcker an Fuß- Volck, kam also darauf an, wieman mit einer stärckern Neuterey die Ufer eines ziemlich engen und mit Holbewachsenen Bachs in acht nehmen solte. Nichts desto weniger that diesesDer Marschall de Luxembourg mit fo groffer Geschicklichkeit in der Manier,sich allemahl vor seinen Feind auf eine gewisse Weite zu setzen, damit er diessen Übergang über die Mehaigne nicht wagen durffte, daß es dem Prinzenvon Oranien niemahls möglich gewesen, einen so wichtigen Hauffen Fuß- Volckin die Mehaigne hinein zu trauen, daß er vermögend seyn können, den Übersgang seiner übrigen Armee zu bedecken. Diese stetige Sorgfältigkeiten währeten auch so gar ganzer zehen oder zwölff Tage, und wurden von Seiten desMarschalls de Luxembourg, mit einer vollkommenen Einsicht und Beurtheilung der Bewegungen des Prinzen von Oranien, allezeit dermassen wohlbeobachtet, daß diefer Print gezwungen ward Namur vor seinen Augen wegnehmen zu lassen, ohne daß er solches hätte entsegen können.
Zu der Bedeckung der Belagerung der Stadt Ryffel, von der Seitevon Seclin her, welches die einzige Gegend ist, von dar aus man diesen Ortzu entsegen bemühet gewesen, hat der Pring Eugenius weiter nichts gebrauchet,als daß er sich einen guten Poften aussuchen dürffen, auf welchem er seineSeiten bedeckt und eine gute Fronte haben können, und dieses hat er auf denHöhen bey Seclin gefunden. Da nun seine ganze Sache damahls in einereinigen Verrichtung bestanden, so muß ich denselben diesfalls weiter nicht losben, als daß er sich diesen guten Posten ausgesuchet hat, nicht aber der mannigfaltigen Bewegungen halber, weil er nur eine einzige zu machen gehabthat, um auf mehr gedachte Höhen zu gelangen.
Im übrigen ist es keines weges aus Vergessenheit geschehen, daß ich vonder Schlacht bey Caffel, so wegen Bedeckung der Belagerung der FestungSt. Omer geliefert worden, allhier nichts angeführet habe, unerachtet dieseAction sich zu der Materie diefes Capitels gar wohl schicken könnte; dieweilaber die Umstände dieses Treffens in dem folgenden Capitel, da ich meine An-merckungen über die Schlachten, dabey ich mich befunden, oder doch zu mei-ner Zeit geliefert und mir umständlich erzehlet worden, mittheilen will, aus-führlich abgehandelt werden sollen, so will ich mich enthalten hier etwas dasvon zu gedencken.
Ich will demnach meine Anmerckungen über die Materie der Linien endigen und sagen, daß der unwiedersprechliche und gewisse Grund meiner Regel,daß man nehmlich seinen Seind niemahls in Circumvallations- Lianien erwarten, sondern denselben auffer seiner Linie angreiffen soll,
nicht