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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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220
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220 Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XXXI.

stärcken muß, anführen werde, sollen sich auf den Ausgang der Schlachtenund grossen Gefechte, dabey ich mich befunden, oder auf dasjenige, was ichvon denen, wo ich nicht dabey gewesen, jedoch aber zu meiner Zeit erfolget,habe erzehlen hören, allenthalben gründen. Alle diese Exempel werden, durchdie mannigfaltigen Lagen und besondere Umstände, welche die grossen Begebenheiten hervor gebracht haben, genüglich darthun und erweisen, wie sehrweitläufftig diese Materie sey, denn auch daß es unmöglich falle, meinen allgemeinen Regeln besondere Maximen beyzufügen, und auf was für gar manchersley Sachen ein General, in einem Augenblick zu dencken habe, wenn er sich einen glücklichen Erfolg zu verschaffen gemeynet sey.

Den Nahmen der Schlacht leget man eigentlich zu reden nur den Actio-nen bey, so zwischen zweyen in ihrer Schlacht- Ordnung stehenden Armeenvorgehen, und wenn solche in einem genugsam freyen Land fechten, daß dieLinien einander von fornen und zu gleicher Zeit angreiffen können; oder daßzum wenigsten der größte Theil der Linie treffe, da indeffen der andere, wegender Schwürigkeiten, die ihn hindern so bald zu treffen, auf einer Fronte steshen bleibet, welche derjenigen, so ihm etwa von dem Feind entgegen gestelletwerden könnte, ziemlich gleich ist. Die andern groffen Actiones hingegenwerden nur Gefechte genennet, ohnerachtet solche bey nahe allezeit längerdauren und auch wohl mehr Blut kosten, als diejenigen, davon ich alleweilegeredet habe. Die Ursache dieses Unterschieds hat ihren Grund theils in denverschiedenen Einricht- oder C." ungen der Armeen, theils auch in demjenigen,was auf diese beyden Arten groffer Actionen gewöhnlicher massen zu folgenpfleget.

Eine verlohrne Schlacht ziehet den Verlust der bey der Armee befindlichen Artillerie bey nahe allezeit, und offt der Bagages ihren, nach sich. Danun also die geschlagene Armee nicht mehr in dem Stande ist, vor ihrem sieghafften Feind zu erscheinen, ehe und bevor sie ihren erlittenen Verlust wiederumergänget habe, so ist sie geraume Zeit gezwungen, denselben Meister im Feldeund alles vollstrecken zu lassen, was er, in Ansehung des grossen Vortheils,den er in dieser Schlacht erhalten, und in Betrachtung seiner in Hånden ha-benden Mittel etwas zu unternehmen, zu verrichten für dienlich erachten möchte.

Hingegen ziehet ein verlohrnes Gefecht, ob es gleich blutiger gewesen,gar selten den Verlust der gesammten Artillerie, und bey nahe niemahls derBagage ihren, nach sich: denn da die Armeen, auf ihrer ganzen Fronte, nicht..an einander kommen mögen, so ist gewiß, daß sie nur an dem Theil, welchergefochten, haben leiden können, und ob man wohl genöthiget worden, zum Ansgriff, oder auch zur Gegenwehr, sich neuer Truppen, die man von der Fronte,sonicht fechten kan, nach und nach weggenommen, zu bedienen, so kan doch dieAction,