Hiftorische und Militarische Nachrichten. Cap. XXXI. 221
Action, weil sie nicht allgemein werden mögen, weiter nichts würcken, als daßmehr oder weniger Leute draufgehen, keines weges aber, daß solche eben sichauf den Erfolg eines Feldzugs schlechter dings erstrecken, und wegen der ObersMacht den Ausschlag geben mag, wie solches bey einer ordentlichen Schlachtgeschehen kan; so mag auch ein solches Gefecht weder den Verlust der Ba-gage noch der Artillerie verursachen, gestalt man da zum allerhöchsten nur diesjenige, welche sich auf dem Plas, wo man mit Nachtheil gefochten, befundenhat, einbüssen und verlieren kan.
Das erste Erempel, welches ich, in Ansehung der Materie dieses Ca-Treffen beypitels, anführen werde, soll das Treffen bey Woerden feyn, welches Mr. de WoerdenLuxembourg, in dem Jahr 1672. mit dem Prinzen von Oranien gehaltenhat.
Nur- gedachter Pring wolte Woerden belagern, dieses aber hatte keisne Aussenwercke, und Mr. de Luxembourg hieit darinnen eine Befagung vonzwey tausend Mann. Inzwischen war beyden Partheyen an diesem Ort sehrviel gelegen, er bedeckte Utrecht, man gelangte von der aus leicht in Holland,so bald nur das Land, welches die Holländer unter Wasser setzen müssen, vermittelst des Eises, zu den Märschen der Truppen wiederum bequem gemachetworden.
Die umliegende Gegenden des Orts selbst waren auf so eine Art beschaf-fen, daß selbiger nicht anders konnte entsetzet werden, als wenn man in dieVerschanzungen mit Gewalt dränge, weil Mr. de Luxembourg so viel Nachricht hatte, daß die Feinde auf den Dammen dergleichen angeleget und sich dafest gefeßet hätten.
Die Sorgfalt, welche der Prinz von Oranien für seine Bewegungentrug, waren so wohl auf Naërden an der Süder- See, als auch das FortCrevecoeur und Bommel gerichtet. Daher wartete Mr. de Luxembourg,der sich der Vollziehung des Vorhabens des Prinzen von Oranien zu wiederssetzen beschlossen, nur so lange, bis sich dieser Prins würde gefeßet haben, inDer Absicht alsdenn auf selbigen los zu gehen. So bald er nun vernommen,daß Woerden berennet wäre, so marfchirte er, mit einem wichtigen HauffenFuß- Volcks, sonder Zeit Verlust dahin, war iedoch viel schwacher als diefeindliche Infanterie, weil er gedachtem Feind nicht Zeit lassen wolte seine Verschanzungen auf den Dammen in allzu gute Sicherheit zu setzen, konnte ihmüber dem auch, auf einem Damm, nicht mehr Volck entgegen stellen, als sel-biger faffen konnte; befande er aber, daß es angienge, sein Fuß- Volck in dieUberschwemmung gehen zu lassen, so könnte er die Damme in der Nacht aufDer Seite angreiffen, wenn die feindlichen Truppen beschäfftiget wären, denAngriff der Linie von fornen auszuhalten.
Ee 3
Die
1672.