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Geheime und sonderbare Kriegs-Nachrichten des Marggrafen von Feuquieres / Antoine Feuquières de Pas
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242 Historische und Militarische Nachrichten. Cap. XXXI.

machen. Die Absicht unserer Feinde, die weit stärcker, als der Marschallde Crequi, waren, zielete auf die Belagerung Trier. Wie nun diese Stadtan der Mofel lieget, so schiene es ihnen unmöglich, dieses Vorhaben zu Werckzu richten, woferne des Königs Armee in der Nähe bliebe und gedachtenOrt von einer Seite dieses Flusses zu beschirmen im Stande wäre. Daherwar es unsern Feinden zuforderst und unumgänglich nöthig, den Marschall deCrequi dahin zu bringen, daß er sich von Trier entfernen müste. Inzwischenthatte dieser General die beyden Flüffe, die Saar und die Mofel, zu seinem Vor-theil, so daß er sich gegen eine Haupt- Qion mit einer Armee, die stärcker,als seine, war, unschwer verwahren konnte; dieweil er aber vorhin- gedachtermassen das seinige nicht gethan und die nöthigen Vorsichten nicht gebrauchethatte, die Feinde an der Vollziehung ihres Anschlags zu hindern, so machtensie sich dessen Fehler dergestalt zu Nuß, daß sie sich hinter einer Bedeckung,die ihre Beweg und Einrichtung verborgen hielt, gans nahe bey Con- Saarsbrücken lagerten. Nachdem sie darauf Nachricht erhalten, daß der Mar-schall de Crequi für die Bewahrung der Brücke schlechte Serge trüge, überDies auch wusten, daß seine Reuterey über den engen Ort, so hinter dem Lager war, auf Fütterung ausgegangen wäre, so rechneten sie die Zeit, welchefie haben müsten, in drey Zügen über die Saar zu gehen, und zwischen demFluß und dem Lager in Schlacht Ordnung zu stehen, so genau aus, daß siewürcklich sich da einfanden, und den Marschall de Crequi schlugen, ehe ereinmahl Zeit hatte, sich in Schlacht- Ordnung zu stellen.

Nichts desto weniger hat unser General, durch diese unglückliche Schlacht,einen Vortheil, zu seinem Nuhm, erhalten, weil sie ihm seine Vermessenheit,Die sein Unglück verursachte, dergestalt benommen hat, daß dieser grosse Capi-tain, durch seine in dem Kriege frets wohleingerichtete und vorsichtige Conduite,bey den kühnen iedoch klugen Bewegungen, die er vor seinen Feinden unternommen, bis an seinen Tod Lob verdienet hat, wie ich an seinem Ort geden-cfen werde. Also daß man ihn immer, als einen von den grossen Leuten seisner Zeit, ansehen wird, weil ihn diese unglückliche Schlacht verbessert undzum Nachdencken, welches er ein wenig allzu vermessen unterlassen gehabt,tüchtig und geschickt gemacht hat.

Diese Begebenheit erweiset abermahl, daß keine einzige Nachläßigkeitim Kriege, vor einem Feind, der sich diese zu Nutz zu machen weiß, iemahlsungestraffet bleibet. Denn hätte, mit einem Wort, der Marschall de Cre-qui die Feinde, in selbigem Feldzug, nicht so sehr verachtet, wie er that, und,wegen fothaner Vermessenheit; die vernünfftige Sorgfalt, die er billig tragensollen, nicht verabsäumet, so ist gewiß, daß er bey Con- Saarbrücken nichtmåre geschlagen worden, und daß der Verlust dieser Schlacht auf Trier, dar-

auf